L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist gestorben

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Gefahr für Demokratien

Kommentar: Darum hasst uns der IS so sehr

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München - Terror kann Demokratien nicht besiegen. Aber er kann sie erheblich beschädigen. Warum das nach dem Massaker von Orlando nicht passieren darf: ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Das war so 2004, als El Kaida in spanischen Zügen bombte und die Regierung Aznar darüber zu Sturz kam. Und das kann so im November auch in den USA kommen, wenn Amerikas Wähler die Botschaft des Hasses eines islamistischen Amokläufers ihrerseits mit einer Agenda der Wut und der Intoleranz beantworten – und Donald Trump zu ihrem Präsidenten wählen.

Die monströse Wahnsinnstat von Orlando hinterlässt die größte Macht der Welt hilflos und verwirrt. Die unter Schock stehende Partei der Demokraten unter Präsident Obama weigert sich, das Offensichtliche anzuerkennen: dass der grausame Mord an 49 Homosexuellen eben nicht nur die Ausgeburt eines laxen Waffenrechts ist, sondern klar die Handschrift eines religös motivierten, muslimischen Fanatikers trägt. Und die republikanische Rechte? Die scheut sich nicht, plötzlich als entschiedenste Verteidigerin der Rechte von Schwulen und Lesben aufzutreten, die sie seit Generationen mit unnachgiebiger Härte als Verirrung der Natur betrachtet und auch so behandelt hat.

In Paris, beim Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo, zielten die Mörder auf die Meinungsfreiheit. In Orlando sollte die Freiheit sterben, sein Leben selbstbestimmt und frei von religiöser Bevormundung zu führen. Beides gehört zu den kostbarsten Perlen im Schatz westlicher Kultur und Lebensart. Nach dem Stich ins Herz von Charlie Hebdo gab es auch bei uns nicht wenige, die die angeblich respektlosen Karikaturisten selbst für ihr Schicksal verantwortlich machten. So etwas darf sich nach Orlando nicht wiederholen. Vielleicht denkt der eine oder andere ja daran, wenn die schwer getroffene Schwulen- und Lesbenbewegung demnächst ihre trotzig-bunten CSD-Paraden abhält. Denn auch sie gehören zu eben jener Freiheit, für die uns der IS so abgrundtief hasst.

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