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Merkur-Redakteur Lorenz von Stackelberg.

Tempolimit 80 auf Landstraßen

Kommentar: Mehr Flexibilität statt strenge Limits

München - Auf Landstraßen sterben jedes Jahr unzählige Menschen. Die Grünen fordern daher die Einführung eines Tempolimits von 80. Viel wichtiger wäre eine angemessene Geschwindigkeit meint unser Autor. 

Es stimmt ja, Landstraßen sind die gefährlichsten Adern unseres Verkehrskreislaufs: Nirgendwo sonst kommen mehr Auto- und Motorradfahrer ums Leben. Die Ursachen sind altbekannt: zu hohe Geschwindigkeit und fehlerhafte Überholmanöver. Dennoch liegen Politiker von Linken und Grünen falsch, wenn sie mit einem Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde liebäugeln.

Nicht nur, weil niemand ernsthaft behauptet, der Löwenanteil aller Unfälle ereigne sich zwischen Tempo 80 und Tempo 100, dem geltenden Limit. Sondern auch, weil eine starre Grenze den unterschiedlichen Verkehrswegen, die unter dem Begriff „Landstraße“ firmieren, generell nicht gerecht wird. Fahrbahnzustände und Kurvenradien gilt es zu beachten, Steigungen, Gefälle, Einmündungen und Sichthindernisse (Alleen!). Tempo 100 kann auf einer gut ausgebauten Trasse Langeweile auslösen, Tempo 80 auf einer windungsreichen Buckelpiste glatter Selbstmord sein.

„Angemessene Geschwindigkeit“ heißt das Zauberwort, und wer mehr Sicherheit auf Landstraßen schaffen will, muss sich um deren Durchsetzung kümmern. Das ist mühsam. Starre Limits mögen das Gewissen von Verkehrspolitikern beruhigen, notwendig sind aber Flexibilität, Überzeugungskraft und Kontrollen, weil sich sonst niemand an die Vorschriften hält. Überholverbote an Gefahrenstellen, ein kluger Einsatz von Radarfallen finden weit mehr Akzeptanz als stures Tempo 80 auf schnurgerader Strecke.

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