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Merkur-Vize-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Merkur-Kommentar

Merkels Renten-Problem: Draghis Nullzinsen machen Berlin nervös

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Wenigstens ihren Humor hat die Große Koalition angesichts der Draghi’schen Angriffe auf das Geld der Sparer noch nicht verloren. Ein Kommentar zum Renten-Problem von Georg Anastasiadis.

Die Regierung trage ihre Kritik daran „noch nicht laut genug vor“, sagt der Vize-Fraktionschef der Union, Michael Fuchs. Nicht laut genug? Selten so gelacht. Die Wahrheit ist: Bundesregierung und Europäische Zentralbank haben einen geheimen Deal geschlossen. Die EZB verschafft Angela Merkel Ruhe an der Eurofront – und im Gegenzug schweigt die Kanzlerin zur Enteignung der Sparer. Denn mit deren verlorenen Zinseinnahmen rettet Draghi Europas überschuldete Südstaaten vor der Pleite.

Das alles klappte ganz gut, solange noch die Erwartung bestand, dass es sich dabei um ein Geschäft von überschaubarer Dauer handelt, dass die Schuldenstaaten ihre Reformen anpacken und die Nullzinspolitik irgendwann wieder beendet wird. Doch seit Draghi diese mit einer Art Ewigkeitsgarantie versah und anfing, auch noch über Verrücktheiten wie Helikoptergeld zu räsonieren, dämmert auch den Gutgläubigsten, welches Spiel in Europa gespielt wird.

Draghi spielt nicht nur mit der Existenz von Sparkassen und Versicherern, deren Reserven bald erschöpft sein werden. Auf dem Spiel steht die Altersvorsorge einer ganzen Nation. Berlin hat den alten Generationenvertrag gekündigt, wonach die jeweils arbeitende Alterskohorte die Rentnergeneration vor ihr zu alimentieren hat, und ihn durch die Verheißung einer staatlich geförderten Privatvorsorge ergänzt. Diese Verheißung gerät angesichts von Null- und Minuszinsen zum großangelegten Verrat an den Bürgern. Es sind schon Regierungen aus nichtigerem Anlass abgewählt worden. Deshalb werden in Berlin nun einige nervös.

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