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Alexander Weber.

Absturz einer Volkspartei

Kommentar: Der Fluch der SPD

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München - 20 Prozent. Die ehemalige Volkspartei SPD ringt um Wähler. Merkur-Redakteur Alexander Weber erklärt, warum Gabriels derzeitige Konkurrenzlosigkeit an der Spitze kein Segen ist.

Update vom 6. Juni 2016: Hört er 2017 auf oder nicht? Bundespräsident Joachim Gauck wird am Montag um 12.00 Uhr eine Erklärung abgeben, ob er sich eine zweite Amtszeit als Bundespräsident vorstellen kann - oder ob er verzichtet. Wir berichten im Live-Ticker von der Gauck-Erklärung.

Ach, was waren das Zeiten, als in der SPD noch ein echter Wettkampf um Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur tobte. Als ein gewisser Rudolf Scharping 1993 den Sieg im Mitgliederentscheid gegen Frau Wieczorek-Zeul und einen gewissen Gerhard Schröder davontrug, später aber vom machthungrigen Oskar Lafontaine auf dem Mannheimer Parteitag quasi im Handstreich aus dem Amt gejagt wurde. Oder das folgende packende Duell Oskar contra Gerhard um die Kanzlerkandidatur gegen Helmut Kohl. Von der Leidenschaft und dem Machthunger jener Zeit ist die SPD des Jahres 2016 so weit entfernt wie Parteichef Sigmar Gabriel von der Twiggy-Figur.

Dass die Sozialdemokratie und ihr Vorsitzender zum Jagen im Bundestagswahljahr 2017 getragen werden wollen, ist nicht nur der Eindruck ihres Ex-Kanzlers Schröder. Wenn selbst bundesweite Umfragen um die 20-Prozent-Marke nicht dazu führen, dass auf einem Funktionärskonvent Tacheles über die katastrophale Lage der Partei geredet wird, tja dann... Nur mit Versprechungen aus dem sozialen Füllhorn (gegen jede wirtschaftliche Vernunft) wird Gabriel die Genossen von einst nicht mehr zur SPD zurückholen, da macht die Linke noch verträumtere Angebote. Gabriels derzeitige Konkurrenzlosigkeit an der Spitze ist kein Segen, sondern Fluch für die SPD.

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