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Dirk Walter

Forderung des Philologenverbandes

Kommentar: Migrantenquoten in Schulklassen reine Provokation

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München - Der Philologenverband fordert eine Migrantenquote in Schulklassen. Merkur-Redakteur Dirk Walter sieht in seinem Kommentar darin jedoch nur eine nutzlose Provokation.

Sollte das eine Provokation sein? Oder der Versuch, in der Flüchtlingsdebatte auch einmal zu Wort zu kommen? Der Philologenverband fordert eine Migrantenquote in Schulklassen. Das klingt nun so, als seien die Klassen mit Flüchtlingskindern überfüllt. Das ist mitnichten der Fall. Migrantenquoten sind Alltag an den Schulen. Nach den Bestimmungen des bayerischen Kultusministeriums werden Klassen in Grund- und Mittelschulen mit mehr als 50 Prozent Migrationsanteil geteilt – das hat nichts mit der aktuellen Zuwanderung zu tun, sondern ist schon seit Jahren so. Reine Flüchtlingsklassen gibt es zwar auch – aber nur als Sonderfall einige Monate lang, bis sie in einer Art Crash-Intensivkurs Deutsch gelernt haben. Mehr ist zu diesem Thema eigentlich nicht zu sagen.

Oder vielleicht doch? Die Forderung des Lehrerverbands lenkt den Blick aufs Wesentliche: die Schulbildung der Flüchtlinge. Bayern hat nun 67 Millionen Euro für zusätzliche Lehrer freigegeben. Das ist ein erster Schritt, weiteres wie mehr Ganztagsschulen (die hier wirklich Sinn machen) wird folgen müssen. Bildung ist, wie jeder weiß, die Voraussetzung für Integration. Flüchtlingsschüler sind Talente im Land, vorausgesetzt, die Schulen kümmern sich um sie.

Dirk Walter

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