Nach der Landtagswahl

Kommentar: Das Dilemma der CSU

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München - Nach dem Wahldebakel in Mecklenburg-Vorpommern steckt die CSU in einem Dilemma. Ein Kommentar von Mike Schier. 

Das Szenario verkommt zum Ritual: In Berlin reden sie sich in der CSU-Landesgruppe die Köpfe heiß, in München grollt in der Staatskanzlei der Ministerpräsident. Doch die Bundeskanzlerin – egal ob in Hangzhou oder in der Uckermark – findet nicht jene Worte, die konservative Parteifreunde und einstige Stammwähler von ihr verlangen. Es wirkt so, als könne Angela Merkel die Sorgen zwar rational verstehen, doch als fehle ihr das emotionale Gen, dieses Verständnis auszudrücken. Drei Mal sagte die Kanzlerin am Montag in ihrem Kurz-Statement, dass ihre Entscheidungen richtig gewesen seien. Nur ein Mal, dass man Vertrauen zurückgewinnen müsse. Wie das geschehen soll, sagte sie überhaupt nicht.

Nüchtern betrachtet hat Merkel längst wesentliche Teile ihrer Politik aufgegeben. Scheibchenweise, damit die Korrekturen möglichst niemand bemerkt. Ihre Kritiker warten jedoch auf ein emotionales Zeichen, das nie kommen wird. So dreht sich die Flüchtlingsdebatte innerhalb der Union seit Monaten im Kreis: Am kommenden Wochenende wird der CSU-Vorstand bei seiner Klausur in der Oberpfalz ein paar neue und viele alte Forderungen aufstellen. Die Kanzlerin wird sich winden, irgendwann etwas nachgeben – nur die Diskussion verstummt so nicht.

Das schwächt nicht nur die Kanzlerin. Auch die CSU steckt in einem Dilemma. Sie bleibt an Merkel gebunden, egal ob sie einen (nur in Bayern wählbaren) eigenen Kanzlerkandidaten oder einen Superminister nominiert. Die Chefin heißt Merkel. Und es sieht auch nach dem Debakel in Mecklenburg-Vorpommern nicht so aus, als ob sich in der CDU eine Mehrheit findet, die das ändern will.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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