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Mike Schier ist Leiter der Politikredaktion des Münchner Merkur.

NSU-Prozess in München

Kommentar: Die absurde Zschäpe-Show

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München - Ach, hätte sie nur geschwiegen! Gut 250 quälend lange Verhandlungstage wollte Beate Zschäpe nichts zur Aufarbeitung der NSU-Mordserie beitragen. Ein Kommentar von Mike Schier.

Durch den Streit mit ihren Anwälten und immer neuen Befangenheitsanträgen gegen die Richter geriet das Mammutverfahren fast zur Seifenoper, aus der zuletzt mehr über die Befindlichkeiten einer Mörderbraut berichtet wurde als über das Schicksal der Opfer. Nun also die Aussage. Genauer: die verlesene Aussage. Madame geruhte sogar zu lächeln und sich fotografieren zu lassen – um dann den Opfervertretern mit ihrer Stellungnahme eine weitere Ohrfeige zu verpassen. Nachfragen bitte nur schriftlich.

Im Live-Ticker haben wir Beate Zschäpes Aussage verfolgt

Es liegt in der Verantwortung des Gerichts, den Grad der Schuld von Beate Zschäpe zu bewerten. Ihre Aussage wird sich dabei nur sehr bedingt als hilfreich erweisen. Mehr als ein Jahrzehnt lang lebte sie im Untergrund, mit falsche Identitäten, wechselnden Wohnsitzen und ohne eigenes Einkommen (dafür vier Flaschen Sekt am Tag) – aber nein: ein Mitglied des NSU will sie nicht gewesen sein. Nur ein naives, verliebtes Mädchen. Über die Morde sei sie schockiert gewesen, behauptet sie. Warum kam sie dann nie auf die Idee, den Behörden einen Tipp zu geben, um das Leben weiterer Unschuldiger zu retten?

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