+
Christian Deutschländer meint in seinem Merkur-Kommentar zur Bundespräsidenten-Wahl in Österreich: Das Ergebnis sollte auch manchem in Berlin zu denken geben.

FPÖ triumphiert im ersten Wahlgang

Kommentar: Österreich-Wahl sollte auch Berlin zu denken geben

  • schließen

München - Christian Deutschländer meint in seinem Merkur-Kommentar zur Bundespräsidenten-Wahl in Österreich: Das Ergebnis sollte auch manchem in Berlin zu denken geben.

Update vom 12. September 2016: Österreich wählt nun doch nicht am 2. Oktober: Der Termin für die Neuwahlen musste verschoben werden.

Nein, die Österreicher hatten am Sonntag nicht die Abstimmung über einen belanglosen Grüß-Gott-Repräsentanten, der winkend an der Staatsspitze steht. Der Bundespräsident ist Oberbefehlshaber der Armee, ernennt den Kanzler, kann die Regierung entlassen. Die Verfassung gibt ihm Macht. Umso verwirrender ist, was sich seit Monaten in der Republik abspielte: Eine Gruppe von Blässlingen und der schrille Baulöwe Lugner bewarben sich ums höchste Staatsamt. Das Ergebnis verwundert deshalb nicht – aber sollte die Politik beunruhigen.

Die beiden (regierenden) Volksparteien ÖVP und SPÖ, die über Jahrzehnte alle Macht im Land untereinander aufteilten, schaffen es nicht in die Stichwahl. Zusammen kommen ihre zwei Kandidaten nicht mal auf ein Viertel der Stimmen. Für ÖVP und SPÖ ist das ein Desaster sondersgleichen. In die Präsidentenwahl lässt sich nicht zwingend tagesaktuelle Unzufriedenheit über die Bundespolitik reindeuten. Wohl aber eine schallende Ohrfeige für die Personalvorschläge der großen Parteien. Zudem lässt sich auch hier eine tektonische Verschiebung im Parteienspektrum beobachten: Eine starke Rechtsaußenpartei und ein halbwegs bürgerlicher Grüner verzwergen die Volksparteien. Das sollte auch in Berlin manchem zu denken geben.

Christian Deutschländer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frankreich-Wahlkampf: Merkel will Rechtspopulistin Le Pen nicht treffen
Berlin - Am Samstag kommt die rechtsgerichtete französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen nach Deutschland. Ein Treffen mit Angela Merkel wird es nicht geben.
Frankreich-Wahlkampf: Merkel will Rechtspopulistin Le Pen nicht treffen
Experte prophezeit Krieg zwischen Trump und der CIA
Berlin - Donald Trump und die CIA - das ist keine große Freundschaft. Der Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom sagte bei „Maybritt Illner“ voraus, dass der …
Experte prophezeit Krieg zwischen Trump und der CIA
Von der Leyen: Bundeswehr-Einsatz in Mali wichtig für Europas Sicherheit
Berlin - Die gefährliche Mission in Mali wird zum wichtigsten Einsatz der Bundeswehr. 1000 deutsche Soldaten sollen dort vor Terror schützen - auch im deutschen …
Von der Leyen: Bundeswehr-Einsatz in Mali wichtig für Europas Sicherheit
Angela Merkel will Trumps Rede „mit Interesse studieren“
Berlin - Trumps Amtseinführung beschäftigt Berlin: Angela Merkel will Trumps Antrittsrede aber nicht live verfolgen. Finanzminister Schäuble richtet warnende Worte an …
Angela Merkel will Trumps Rede „mit Interesse studieren“

Kommentare