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Merkur-Redakteur Christan Deutschländer.

Merkur-Kommentar

Österreichs neuer Kanzler und sein Kurs

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Wer ist Österreichs neue Kanzler Christian Kern und was zeichnet ihn aus? Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Christian Deutschländer.

Aus großen Regierungskrisen retten mitunter Technokraten-Regierungen ihr Land: Sachverständige jenseits des politischen Betriebs, die nur Fakten-basiert entscheiden. Eine Regierungskrise hat Österreich zweifellos. Im neuen Kanzler Christian Kern einen technokratischen Retter für Republik und Sozialdemokratie zu erkennen, nur weil er Manager ist, wäre aber vorschnell. Parteifern ist Kern mitnichten: Im Filzparadies Österreich führt er den Staatsbetrieb Bahn, diente sich in der Parteipolitik hoch. Das ist nichts Böses, dämpft aber die Erwartungen an die große Wende in Wien.

Kern mag man Erfolg wünschen. Zunächst für die SPÖ: Es geht darum, die Volkspartei vor der Zertrümmerung zu bewahren. Ja, jenseits des parteipolitischen Klein-Kleins ist es ein Selbstzweck, in einer immer stärker zerfasernden Gesellschaft noch Parteien zu haben, die Interessen bündeln und ein Land regierbar halten können. Auch im Kanzleramt wird Kern viel korrigieren müssen. In einem Punkt sollte er allerdings dringend Kurs halten: Eine Rückwärtsrolle in der Flüchtlingspolitik, aus ideologischen oder taktischen Motiven, wäre unverantwortlich. Österreich hat für den Kontinent hier viel erreicht. Auch in Berlin und München wird man den Wechsel in Wien deshalb mit heftig pochendem Herzen verfolgen.

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