Die Junior-Falle

Kommentar: Die Opposition und der ewige Seehofer

  • schließen

Der Opposition steht ein schwieriger Wahlkampf bevor. Sie muss mit hartem Wahlkampf die absolute Mehrheit der CSU brechen, darf aber mögliche Koalitionsverhandlungen nicht schon im Vorfeld vergiften. Ein Kommentar.

An sehr guten Tagen hat Bayerns SPD in Umfragen die Hälfte der CSU-Stimmen. An schlechten ein Drittel. Verlässlich klaffen zwischen der Regierungs- und der größten Oppositionspartei 25 bis 30 Prozentpunkte. Das sollte einrechnen, wer Gegenkandidaten zum Dauer-Regenten Seehofer sucht. Sollte die CSU ihren Gegnern nicht den Gefallen tun, sich selbst zu zerfleischen, ist die einzige realistische Machtperspektive jeder Oppositionspartei nur eine Juniorpartnerschaft in der nächsten CSU-Regierung. Denn Wechselstimmung gibt es in Bayern ebenso wenig wie eine Grundlage für ein Dreier- oder Vierer-Bündnis gegen die Schwarzen.

Diese Konstellation stellt SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler vor ein strategisches Dilemma. Sie müssen die CSU scharf angreifen, um sie unter die absolute Mehrheit der Mandate zu drücken, also weit unter 50 Prozent. Die zornigen Attacken dürfen aber nicht so wüst ausfallen, dass nach der Wahl das Klima für Koalitionssondierungen vergiftet ist. In verschärfter Konkurrenz steht die Opposition damit auch untereinander; Seehofer oder seine Erben würden mit großer Lust potenzielle Juniorpartner gegeneinander ausspielen. Für die CSU wäre zwar langfristig der Verlust der Alleinregierung fatal, mittelfristig die Partnersuche 2018 aber sehr einfach.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Sein Anschlag tötete 14 Menschen und wollte offenbar noch viel mehr treffen - über den Attentäter von Barcelona gibt es mittlerweile nähere Erkenntnisse.   
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Der türkische Präsident Erdogan hat die türkischstämmigen Wähler zum Boykott bei der Bundestagswahl aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übt an der Einmischung …
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten
Der Bürgerkrieg in den USA ist seit 152 Jahren beendet, präsent ist er mancherorts dennoch: Eines dieser Denkmäler war Auslöser für die Zusammenstöße von Charlottesville.
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten

Kommentare