Priesterweihe verheirateter Männer

Kommentar: Der Papst denkt nach

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Der Papst hat eine Zölibats-Diskussion ausgelöst. In einem Interview erklärte er, dass man wegen des dramatischen Priestermangels in manchen Ländern über die Priesterweihe für erprobte Familienväter nachdenken müsse. Damit gibt er der Debatte neuen Schwung.

Die Dynamik päpstlicher Äußerungen ist erstaunlich. Eigentlich sind es nur vier Sätze in einem langen Interview, doch sie wirken wie ein lang ersehnter Frühlingswind in der katholischen Kirche. Franziskus spricht davon, dass man über die Priesterweihe von verheirateten Männern nachdenken muss.

Aber Vorsicht: Den Zölibat an sich, also die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester, stellt der Papst nicht grundsätzlich infrage. Es geht um einen Sonderweg, über den schon seit Jahrzehnten immer wieder mal diskutiert wird: Dass verheiratete Männer, die schon bislang zu Ständigen Diakonen geweiht werden können, auch Priester werden könnten.

Dass Franziskus die Debatte aber nicht einfach vom Tisch fegt, ist ein ermutigendes Signal. Er verschließt nicht die Augen vor der bedrückenden Tatsache, dass sich in immer mehr Regionen der Weltkirche erschreckender Priestermangel breitmacht. Auch hier in Deutschland leiden Gemeinden darunter, dass sich nicht mehr genügend junge Männer berufen fühlen, den Priesterberuf zu ergreifen. Verheiratete Diakone zur Priesterweihe zuzulassen kann eine Maßnahme sein, die vielleicht auf längere Sicht die Zahl der Priesteramtskandidaten wieder steigen lässt. Sie wäre eine gute Möglichkeit, in einem eng umrissenen Rahmen zu erfahren, wie sich das katholische Priesteramt mit einem Familienleben vereinbaren lässt. Die theologische Debatte kann beginnen, der Ausgang allerdings ist völlig offen.

Mehr zu den Hintergründen des Kommentars können Sie hier lesen.

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