Strompreise und EEG-Umlage

Kommentar: Der Preis der Energiewende

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Steigenden Stromkosten als Folge der Energiewende, das weckt Emotionen und Zweifel beim Verbraucher. Warum er dennoch auf die Politik vertrauen sollte: ein Kommentar von Til Huber.

Die Strompreise steigen – und zwar um einen Euro auf gut 85 Euro im Monat pro Durchschnittshaushalt. So die Zahlen der Energieindustrie. Eine Explosion? Ein Notstand? Darüber kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Preise steigen auch für andere Güter – aus den unterschiedlichsten Gründen.

Dass die Preissteigerung beim Strom besondere Emotionen weckt, hat wohl vor allem zwei Gründe. Erstens: Ihr kann sich niemand entziehen. Strom braucht jeder. Und zweitens: Mit ihr verbindet sich der Eindruck staatlicher Fehlsteuerung. Von 35 Milliarden Euro für Steuern, Abgaben und Umlagen entfallen 24 Milliarden auf die Garantiezahlungen für Ökostromproduzenten.

Zur Wahrheit gehört aber: Die Zahlen erklären sich vor allem aus der Vergangenheit, in der Solaranlagen in Goldgräbermanier ausgebaut wurden. Die Umstellung auf markttauglichere Strukturen ist im Gang – etwa durch Ausschreibungen. Dieser Prozess ist noch längst nicht am Ende; die Politik bleibt in der Pflicht. Auf eines kann sie sich dabei aber berufen: Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung halten die Energiewende für sehr wichtig oder wichtig. Ein Wert, der zuletzt übrigens sogar gestiegen ist.

Rubriklistenbild: © Haag

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