Routine sticht! Sechzig siegt dank Oldie-Toren bei Grünwalder-Rückkehr

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Lorenz von Stackelberg.

Ein Kommentar

Tag der Pressefreiheit: Fragiles Vertrauen

München - Die Medienbranche kämpft gegen wachsendes Misstrauen an. Nicht völlig zu Unrecht, mein Merkur-Redakteur Lorenz von Stackelberg.

Wenn heute zum Tag der Pressefreiheit auf die mannigfachen Bedrohungen hingewiesen wird, denen das Recht auf freie Meinung und Berichterstattung in vielen Teilen der Welt ausgesetzt ist, dann geht es keineswegs nur um Unrechtsregime oder kriminelle Organisationen, die auf Kriegsfuß mit der Wahrheit stehen und alle Mittel der Einflussnahme bis zur Gewalt nutzen. Leider haben auch die Menschen in manch erprobter Demokratie allen Grund, ihren Eliten auf die Finger zu schauen, die versuchen, den öffentlichen Diskurs zu stören, zu unterdrücken oder an sich zu reißen – wie derzeit etwa in Polen oder Ungarn.

In Deutschland dagegen, wo Medienvertreter selten so frei agieren konnten wie heute, kämpft die gesamte Branche mit wachsendem Misstrauen in Teilen der Bevölkerung, das im Pauschalverdikt „Lügenpresse“ kulminiert. Und es sind nicht nur eingefleischte Verschwörungstheoretiker, die in einschlägigen Internetforen über angeblich weltumspannende Pläne der USA, des Großkapitals, der Kirchen oder auch nur der deutschen Kanzlerin so lange spintisieren, bis sie die Realität überhaupt nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Auch ganz normale Mitmenschen konfrontieren den verblüfften Journalisten schon mal mit der beschämenden Vermutung, er diene insgeheim einem Konzern, einer proamerikanischen Organisation oder erhalte zumindest Weisungen aus der Staatsregierung.

Das ist doch Quatsch, wir sind hier nicht im Iran oder in Nordkorea, möchte man verzweifelt ausrufen. Um dann kleinlaut einzuräumen, dass wir Medienleute uns den einen oder anderen Verdacht selbst eingebrockt haben. Die Berichterstattung über die Kölner Silvesternacht etwa war mancherorts nicht besser als das Rollenspiel der Politik. Die Nationalität von Straftätern zu verschweigen, schafft in den Zeiten des Internets Misstrauen. Und bei der Fluchtwelle mag der Blickwinkel der Bevölkerung mitunter zu kurz gekommen sein. Dennoch: Die Pressefreiheit selbst ist hierzulande nicht bedroht, Gott sei Dank. Aber das Vertrauen in sie muss täglich neu erarbeitet werden.

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