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MM-Redakteur Werner Menner.

Kommentar

Pro-Erdogan-Demo: Konfliktpotenzial ist immens

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München - Die Türken haben nicht das Recht eine innenpolitische türkische Auseinandersetzung auf deutschem Boden mit Gewalt auszutragen. Kommentar zur Erdogan-Demo.

Im Gegensatz zur Türkei herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit. Und das bedeutet – muss bedeuten –, dass selbstverständlich auch türkischstämmige Mitbürger das Recht haben, zu demonstrieren. Friedlich! Auch für Erdogan. Was sie allerdings nicht haben, ist das Recht, eine innenpolitische türkische Auseinandersetzung auf deutschem Boden mit mehr als Worten auszutragen.

Probleme damit, Anhänger zu finden, hatten Demagogen und Ultras noch nie. Auch Erdogan macht da keine Ausnahme. Schlimm genug, dass er sich mit seinen Fußtritten gegen demokratische Grundregeln bewusst immer weiter von den Werten des aufgeklärten Europas entfernt und selbst diplomatische Gepflogenheiten verletzt werden. Es deutet sehr viel darauf hin, dass der türkische Staatschef und seine AKP-Partei zudem nichts unversucht lassen, ihre Anhänger in Deutschland auch diesmal wieder zu instrumentalisieren.

Erdogan hat auch in Deutschland viele Gegner. Das Lager der Deutschtürken ist gespalten. Das Konfliktpotenzial ist immens, zumal in Köln auch mit kurdischen Aktivitäten gerechnet werden muss. Es wird auch mit Blick auf die Zukunft der deutsch-türkischen Kontakte also viel davon abhängen, ob die nicht selten radikalisierten Erdogan-Anhänger und -Gegner es schaffen, sich im Zaum zu halten.

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