Schule: SPD will Übertritt abschaffen

Kommentar: Der Probenmarathon

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München - Die SPD holt die ganz große Keule heraus und zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit des "Grundschulabiturs". Das ist eher peinlich, aber über Reformen sollte man sehr wohl sprechen. Ein Kommentar. 

Knapp zwei Dutzend Proben entscheiden in Bayern über die Schulkarriere eines Kindes. Beschwerden über das rigorose und vieler Hinsicht ungerechte Grundschul-Abitur in der 4. Klasse sind so alt wie das Verfahren selbst. 

Die SPD holt nun die ganz große Keule heraus und zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit des Verfahrens. Eine Klage dürfte jedoch schwer sein, denn die SPD hat übersehen, dass dies schon 2014 versucht wurde. Ein Münchner Eltern-Paar hat es damals im Alleingang versucht und ist gescheitert. Es ist schwer vorstellbar, dass der Bayerische Verfassungsgerichtshof sich mit ein- und derselben Sache zweimal beschäftigt. Peinlich also für die SPD, dass sie das nicht bedacht hat.

Sinnlos ist ihr Bemühen um eine Korrektur des Verfahrens deshalb aber nicht. Anstatt das gesamte Verfahren samt und sonders einzustampfen, könnte man ja auch über Reformen diskutieren. Warum zum Beispiel wird nicht die soziale Kompetenz in den Notenschnitt mit einberechnet? Was ist mit Fächern wie Musik oder Kunst – zählt das nichts? Denkbar sind auch andere Erleichterungen, etwa die Abschaffung des Prüfungsmarathons mit 22 (!) Pflicht-Proben in Deutsch, Mathe sowie Heimat- und Sachunterricht. Auch das würde die Grundschüler entlasten.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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