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Merkur-Politikredakteur Til Huber

Wahlprogramm der Grünen

Kommentar: Rückkehr des Fachhandels

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Den Verbrennungsmotor abschaffen, aus der Kohle aussteigen, die Lebensmittelproduktion umweltverträglicher und tierfreundlicher machen – das Programm der Grünen für die Bundestagswahl im Herbst hat ein klares ökologisches Profil. Man könnte auch sagen: Die Partei schließt den Gemischtwarenladen und setzt wieder auf den spezialisierten Fachhandel. Eine kluge Entscheidung!

Vor der Bundestagswahl 2013 hatten die Grünen sich unter anderem auf das eher fachfremde Terrain der Steuerpolitik gewagt. Unter dem Eindruck des Fukushima-Effekts wähnten sie sich damals noch auf dem Weg zur ökologischen Volkspartei, glaubten, ein satt zweistelliges Ergebnis quasi sicher zu haben. Gemessen daran ging die Wahl kräftig in die Hose: 8,4 Prozent.

Die Vorzeichen stehen nun völlig anders. Alles läuft auf einen Zweikampf zu: Merkel gegen Schulz, Union gegen SPD. Die Kleinen drohen in der Wahrnehmung unterzugehen. Die einzige Möglichkeit durchzudringen, ist die Fokussierung auf wenige prägnante Aussagen. Dabei ist etwa der Kampf gegen den Verbrennungsmotor nicht ohne Risiko. Die politischen Gegner werden die Grünen als Schreckgespenst des Wirtschaftsstandorts darstellen. Dass langfristige Projekte aber Glaubwürdigkeit bringen, hat die Partei beim Atomausstieg gelernt.

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