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Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur. 

Flexiblere Grenzkontrollen

Kommentar: Rückkehr zur Schleierfahndung

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Die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze sollen wieder flexibler werden. Eine Rückkehr zur Schleierfahndung ist die bessere Alternative. Ein Kommentar von Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur.

Es ist eine gute Nachricht: Die Staatsregierung plant, an der deutsch-österreichischen Grenze ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren. Knapp vier Jahre ist es her, dass täglich hunderte Flüchtlinge über die offene Grenze ins Land spazierten. Damals waren die Grenzkontrollen ein wichtiges Zeichen, um Ordnung herzustellen. Die heutige Situation aber lässt sich nicht mehr mit damals vergleichen – zum einen, weil die EU-Außengrenzen schwieriger zu überwinden sind, zum anderen, weil die deutschen Behörden der Migration mit mehr Erfahrung begegnen. Deshalb wäre es richtig, sich wieder an das Europa ohne Schlagbäume zu erinnern, das einmal als eine der großen Errungenschaften der EU gepriesen wurde.

Verbrecher stellt man nicht unbedingt an Grenzübergängen

Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich bleiben Kontrollen dringend nötig. Doch müssen sie entlang der Ländergrenzen stattfinden? Es geht ja keineswegs nur um Migranten, sondern mehr noch um Einbrecherbanden, Drogenkuriere und andere Kriminelle. Die stellt man nicht unbedingt in langen Warteschlangen an Grenzübergängen, sondern eher wenn sie erfahrenen Fahndern auf der Autobahn ins Auge fallen. Das Schengen-System liefert den Staaten dazu die passende Möglichkeit: die Schleierfahndung, mit der die Polizei abseits der Grenze verdachtsunabhängig (!) kontrollieren kann.

Die Grenzkontrollen aber kann jeder mit ein bisschen Ortskenntnis längst umfahren. Für Urlauber, Ausflügler und Pendler bleiben die ewigen Staus ein Ärgernis. Es wäre gut, wenn sie bald Vergangenheit sind.

Lesen Sie auch: Staustreit: Neue Spur für Kontrollen an Grenze zu Österreich

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