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Merkur-Autor Lorenz von Stackelberg

Putin Truppenrückzug an

Kommentar: Der Abzug aus Syrien - Russlands Interessen

München - Die Welt sollte nicht auf eine staatsmännische Pose hereinfallen, meint Merkur-Autor Lorenz von Stackelberg über den Putins Rückzug aus Syrien.

Wladimir Putins spektakuläre Abzugs-Ankündigung aus Syrien erinnert auf makabre Weise an George W. Bushs „Mission accomplished“ am Ende des Feldzugs gegen Saddam Hussein. Gemessen an der Lage damals im Irak und heute in Syrien trieft dieses zackige „Auftrag erfüllt“ von Ironie. Doch während der Abzug der Amerikaner aus dem Irak gewissermaßen ein schwarzes Loch hinterließ, ist es dem Kremlchef gelungen, das Assad-Regime zu stabilisieren, Russlands Einfluss in der Region zu sichern und sich krachend am Tisch der Weltmächte niederzulassen – auf Augenhöhe mit den sichtlich verunsicherten USA. Nichts anderes war Putins Intention, schon gar nicht die staatliche Einheit Syriens. Russlands Interessen ist gedient.

Friedensgespräche sind besser als Krieg

Nun sind Friedensgespräche von Moskaus Gnaden natürlich besser als Krieg; ob sich mit Putins Protegé Assad allerdings eine Art von Lösung erreichen lässt, die mehr ist als die Festschreibung einer Teilung, steht in den Sternen. Schließlich war der syrische Diktator höchstpersönlich Anlass und Katalysator des grausamen Bürgerkrieges, und die Aufständischen werden nicht zulassen, dass das Rad der Geschichte zurückgedreht wird. Von Rücktrittsplänen Assads ist aber nichts bekannt. Was wäre die Alternative?

Wer Putin als Friedensfürst umarmen will, der sollte immerhin bedenken, dass Moskau bis auf weiteres durchaus mit einem zersplitterten Rest-Syrien jenseits von Assads Hochburgen leben kann, in dem zahllose Milizen mit dem IS um Einfluss wetteifern und Flüchtlingsströme gen Europa schicken. Die Welt sollte nicht auf eine staatsmännische Pose hereinfallen, die – neben ihrer innenpolitischen Zielrichtung – vor allem die Fratze des Imperators vergessen machen will, die die Ukraine zu sehen bekam.

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