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Georg Anastasiadis

CSU-Chef: SPD-Kandidatenkür „verheerend“

Kommentar: Scholz macht Söder nervös

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Kein Mensch habe dafür Verständnis, dass die SPD jetzt ihren Kanzlerkandidaten küre, meint CSU-Chef Söder. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Olaf Scholz war noch keine zwei Stunden Kanzlerkandidat, da verlor der erste seiner Konkurrenten schon die Fassung. „Verheerend“, schimpfte CSU-Chef Markus Söder, sei der SPD-Frühstart in den Wahlkampf – jetzt, wo sich doch alle gefälligst um das Corona-Virus zu kümmern hätten. Söders nimmermüde Sorge in Ehren. Aber der eine oder andere Wähler könnte es schon zu schätzen wissen, dass die SPD jetzt Klarheit geschaffen hat, während CSU und CDU – nun ja: Wahlkampf führen. Wenn auch vorerst nur um die Frage, wer die Union als Kanzlerkandidat in die Nach-Merkel-Ära führen soll.

Scholz ist jetzt schon da, wo Söder gerne wäre. Wenn die Kanzlerin im Herbst 2021 nach 16 Jahren geht und ihren Amtsbonus mit in den Ruhestand nimmt, behält Scholz immerhin den seinen als Vize-Kanzler und auch seine Beliebtheitswerte als drittpopulärster Politiker des Landes. In der Coronazeit, die andere auch zur Selbstprofilierung nutzten, hat sich der nicht zu übertriebenen Showeinlagen neigende Finanzminister einen Ruf als ruhiger Krisenmanager erworben. Das macht ihn, jenseits der Schwäche der scharf nach links strebenden SPD, zu einem gefährlichen Gegner, erst recht, da die Grünen mit Robert Habeck oder Annalena Baerbock ebenfalls keinen ausgesprochenen Wählerschreck ins Rennen schicken werden. Dagegen steht in der Union noch ein monatelanges, zunehmend blutiges Hauen und Stechen bevor, ehe CDU und CSU voraussichtlich im März ihren in innerparteilichen Schlachten zerrupften Kandidaten präsentieren. Da darf man schon nervös werden. Nur sollte man es nicht wie Söder als Sorge um das Land tarnen. Denn das wirkt unsouverän.

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