SPD-Chef fordert Abzug der US-Atomwaffen

Kommentar: Schulz gibt den Schröder

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Der Martin-Schulz-Zug kommt einfach nicht in Fahrt. Jetzt probieren‘s die Genossen mit Donald Trump als Zugpferd. Ob‘s was hilft? Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Fünf Wochen vor der Wahl zeigen die Wähler dem selbst ausgerufenen Gerechtigkeits-Kanzler Martin Schulz noch immer die kalte Schulter. Ob der SPD-Truppenführer die Herzen als Friedenskanzler und Trump-Chefankläger mehr wärmt? Zweifel sind erlaubt.

Wie’s gehen kann, zeigte Gerhard Schröder. Sein Nein zum Irakkrieg und zum US-Präsidenten Bush war der Schlüssel zum SPD-Wahlsieg 2002. Indem er jetzt Donald Trump zur globalen Kriegsgefahr hochstilisiert und den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland fordert, versucht Martin Schulz den letzten SPD-Kanzler zu imitieren. Es ist allerdings wie immer im Hase-und-Igel-Rennen mit Angela Merkel: Die Kanzlerin ist schon da, wo Schulz hin will. Die Rolle des globalen Gegenspielers Trumps ist schon besetzt – mit keiner Geringeren als Angela Merkel, der von den Globalisierungsfreunden weltweit bejubelten Verteidigerin des freien und liberalen Westens.

Deshalb dürfte auch der Versuch nicht verfangen, Merkel gewissermaßen als Trumps Erfüllungsgehilfin hinzustellen. Richtig: Die Kanzlerin hat versprochen, zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu investieren und die Bundeswehr vor der endgültigen Verschrottung zu bewahren. Diese Zusage aber hat sie nicht Trump gegeben. Sondern dessen – auch in der SPD hochverehrten – Vorgänger Obama. Das war im Übrigen auch kein Liebesdienst an den Amerikanern. Sondern das längst überfällige Bekenntnis dazu, dass Europa seine Verteidigung endlich mehr in die eigene Hand nehmen muss. Eine Forderung, die auch der beflissene Ober-Europäer Schulz bisher in seinem Wahlkampf-Bauchladen mitführt(e). Oder haben wir da was missverstanden?

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