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Redakteur Til Huber.

“Der CSU bleibt strategisch keine andere Option“

Kommentar zu Merkels Kandidatur: Seehofers Gratwanderung

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München - Horst Seehofer hat Fakten geschaffen. Was bei rationaler Betrachtung lange klar war, ist nun offiziell: Die CSU wird Angela Merkel bei ihrer abermaligen Kanzlerkandidatur unterstützen. Ein Kommentar von Til Huber.

Der CSU bleibt strategisch gar keine andere Option. Merkel vor, heißt es also wieder. Nun beginnt der schwierigere Teil der Operation.

Der Annäherungsprozess muss dem Bürger glaubhaft verkauft werden. Die Zeiten, in denen Seehofer Merkel wegen deren Flüchtlingspolitik eine „Herrschaft des Unrechts“ vorgeworfen hatte, sind noch nicht vergessen – auch wenn die Schwesterparteien ohne Zweifel wieder weit näher beieinander sind. Zur Schau gestellte Euphorie dürfte sich daher noch eine Zeit lang in Grenzen halten. Gestern noch pfui, heute schon wieder hui – Seehofer weiß, dass ihm diese Geschichte keiner abkauft.

Um die zuletzt mühsam gepflegte Merkel-kritische Klientel bei der Union zu halten, muss er weiter auf einem schmalen Grat wandern. Sein Lob für US-Präsident Donald Trump und die Forderung nach der Annäherung an Russland – beides nicht gerade auf Kanzlerinnenlinie – sprechen für sich. Gelingt ihm die Gratwanderung, kann sie zum Erfolgsmodell für die Union werden. Gelingt sie nicht, dürfte das vor allem der AfD in die Hände spielen.

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