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Unser Autor Werner Menner.

Nach 47 Hinrichtungen in Saudi-Arabien

Kommentar: Seehofers grausame Partner im Orient

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München - Nicht erst seit den 47 Hinrichtungen muss sich die westliche Welt fragen, ob Saudi-Arabien wirklich der Partner ist, den man im Orient haben will, findet unser Autor.

Menschenleben sind in Saudi-Arabien wenig wert. Todesurteile gehören zum Alltag. Und nicht um die Sicherheit des Landes oder den Kampf gegen den Terror geht es dabei vorrangig, sondern um den Machterhalt des Wahhabiten-Regimes – einem der grausamsten weltweit. Auch die 47 Exekutionen an einem Tag dokumentieren es.

Die westliche Welt übt sich – wie meist in solchen Fällen – in Kritik. Aber nur leise, versteht sich, denn vergrault werden sollen die finanzkräftigen Handelspartner mit den großen Ölreserven nun auch wieder nicht. Folglich haben westliche Politiker, unter ihnen Bayerns Regierungschef Horst Seehofer, offenbar keine Probleme, sich in Riad gegenseitig die Türklinken in die Hand zu geben.

Eine Rechtfertigung dafür ist – neben guten (Waffen-) Geschäften – rasch gefunden: Die Saudis kämpfen gegen den IS. Stimmt, weil der auch ihr eigenes Fundamentalisten-Regime bedrohen könnte. Aber sie finanzieren ihn auch – weil die sunnitisch geprägte IS-Terrorbande die Schiiten bekämpft. Und damit indirekt den Iran, mit dem sich Saudi-Arabien auch im Jemen einen blutigen Stellvertreter-Krieg liefert. Es ist ein perfides Spiel, das Riad betreibt.

Enthauptungen, Folterungen, Auspeitschungen bis aufs Blut und andere mittelalterliche Grausamkeiten sind in Saudi-Arabien Teil des Systems. So sehr, dass Henker inzwischen sogar per Stellenanzeigen gesucht werden. Ist dieses Land wirklich der Partner, den man sich im Orient wünscht? Wenn ja, kann man sich die Kritik sparen. Oder ist es nicht vielmehr eine der Wurzeln vieler Übel? Höchste Zeit für die internationale Politik, sich dieser Frage offen zu stellen. Und notfalls Konsequenzen zu ziehen.

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