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Merkur-Redakteur Lorenz von Stackelberg

Krieg dem IS-Terror

Kommentar: Soll Deutschland an Frankreichs Seite kämpfen?

München - Die Deutschen sollten sich fragen, ob sie – wenn es mit dem Krieg gegen den IS doch ernst werden sollte - militärisch an Frankreichs Seite stehen wollen, meint Merkur-Redakteur Lorenz von Stackelberg.

Wenn Frankreichs Präsident sein Land im „Krieg gegen den Terror“ sieht, dann ist das kaum als konkretes Programm zu verstehen (die Mittel eines George W. Bush stehen ihm nicht zur Verfügung); es ist ein Signal an seine geschockten Landsleute. Frankreich ist stark und stellt sich der Bedrohung, lautet Hollandes Botschaft. Sehr beruhigend klingt sie nicht.

Zwar fliegen französische Kampfjets in Syrien Angriffe gegen den „Islamischen Staat“; ob die Attentäter von Paris aber direkt dem Kommando des selbsternannten Kalifen Bagdadi folgten, steht dahin. Die düstere Strahlkraft des IS motiviert vielmehr im arabisch-afrikanischen Raum, aber auch in Europas Städten islamistische Fanatiker, ihrem Hass auf die westliche Kultur mit grausigen Massakern Bahn zu brechen – unter dem blutdurchtränkten Banner des IS, aber auf eigene Faust.

Dieser tickenden Zeitbomben habhaft zu werden, ist kein Kriegsziel, sondern eine kaum lösbare Aufgabe für die Sicherheitskräfte – und für die hierzulande geradezu verfemten Geheimdienste. Letztere müssen endlich wieder in ihrer Rolle als unverzichtbare Abwehrinstrumente gewürdigt und nicht mehr als Normalbürgers Hauptfeind verteufelt werden, wie das in Deutschland so gerne getan wird.

Alle nationalen Anstrengungen, der unwägbaren Bedrohung Herr zu werden, sind indes zum Scheitern verurteilt, solange der IS als Gestalt gewordene islamistische Utopie Entwurzelte, Gescheiterte und Verlierer anzieht, die sich unter seiner Fahne zu Herren über Leben und Tod aufschwingen. Diese Frage könnte, so muss man hoffen, die zerstrittenen Interessengruppen im Syrien-Konflikt zusammenrücken lassen, zumal Russland und die Türkei selbst vom IS-Terror betroffen sind. Und die Deutschen sollten sich beizeiten fragen, ob sie – wenn es mit dem Krieg gegen den IS doch ernst werden sollte – nicht an Frankreichs Seite stehen wollen: militärisch.

Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse nach dem Terror in Paris in unserem News-Ticker.

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