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Redakteur Christian Deutschländer.

"Kleinmut-Aussage"

Merkur-Kommentar zu Sigmar Gabriel: Fatale Tätscheleien

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Athen - Merkur-Redakteur Christian Deutschländer schreibt in seinem Kommentar über die Folgen des Brexit für Europa. Dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel wirft er "Kleinmut" vor.

Der EU drohe jetzt „mehr Mittelmeer und weniger Nordsee“, ahnt der um plakative Formulierungen selten verlegene CSU-Minister Söder. Leider hat er Recht. Das Gewicht in Europa droht sich durch einen Brexit zu Lasten der Zahler zu verschieben. Die ersten Tagträumer schwärmen schon aus mit der Botschaft, Europa lasse sich am besten einen, wenn man es zur großen Solidaritätsunion ausformt. Im Klartext: zur Schuldenunion. Schon warnt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel vor „Kleinmut“ in Europa und macht sich auf nach Athen.

Das lässt Schlimmes befürchten. Der Umkehrschluss zu Gabriels „Kleinmut“-Aussage sind offene Geldbeutel und Passt-schon-Mentalität gegenüber den säumigen Griechen. Das Land ist Kernelemente der fest vereinbarten Reformen schuldig geblieben, verschleppt sie, weicht sie auf. Die Hilfsmilliarden fließen derweil weiter, bisher 237 Milliarden Euro. Gut, dass Gabriel vor Ort Gespräche führt. Seine Botschaft stimmt aber nicht. Jetzt die dauerjammernde radikal linke Tsipras-Regierung mit der Aussicht auf Schuldenschnitte zu tätscheln, ist ein fatales Signal. Das Problem ist nicht, dass Europa sich als unsozial erwiesen hätte gegenüber den Griechen, die Hilfe brauchen, sondern dass sich der Kontinent mit Nachgiebigkeit und Prinzipienlosigkeit zum Affen macht.

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