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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Des Kremls neuer Job für Ex-Kanzler Schröder

Kommentar: SPD in der Putin-Falle

„Privatsache“ sei  der neue Öl-Job für Ex-Kanzler Gerhard Schröder beim russischen Staatskonzern Rosneft, behauptet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Ein schwerer Irrtum, der der SPD und ihrem glücklosen Chef noch auf die Füße fallen könnte, meint Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. 

Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienste werden nicht müde, vor russischen Versuchen der Einflussnahme auf die nahe Bundestagswahl zu warnen. Kremlherrscher Wladimir Putin dürfte dafür nur ein müdes Lächeln übrig haben: Wer braucht schon „fake news“ und eine Armee von Internet-Trollen, wenn halb Berlin schon jetzt nach seiner Pfeife tanzt? Ein FDP-Chef, der für die faktische Anerkennung der Krim-Annexion trommelt und dafür nicht mehr verlangt als das Linsengericht einiger lausiger Aufträge für deutsche Konzerne. Ein CSU-Ehrenvorsitzender, der als Lobbyist in Diensten des deutsch-russischen Rohstoffforums steht. Ein Ex-Kanzler, der bald Putins wichtigsten Staatskonzern beaufsichtigen soll. Und ein SPD-Kanzlerkandidat, der das ungerührt als Gerhard Schröders „Privatsache“ abtut.

Nein, Herr Schulz: Es ist eben keine „Privatsache“, wenn ein deutscher Ex-Kanzler für den russischen Staat arbeitet und gemeinsam mit dem deutschen Außenminister, der zufällig ebenso der SPD angehört, in den Kreml reist und dort deutsche Politik mitgestaltet. Das bringt die gesamte Russland-Politik der Sozialdemokraten in den Ruch der Käuflichkeit. Was Schröder tut und Schulz als „privat“ bagatellisiert, ist eine echte Staatsaffäre. Als Seehofer einst mit Stoiber nach Moskau reiste, konnte sich die SPD gar nicht genug aufregen. Und jetzt?

Es ist und bleibt ein Drama, dass sich just der Kanzler, der mit seiner Irakkriegs-Verweigerung und der Agenda 2010 historische Verdienste um Deutschland erwarb, als Moskaus Söldner selbst um jedes Ansehen bringt. Eine SPD aber, die sich dem Verdacht aussetzt, sie lasse sich ihre Ostpolitik von einem Mann aufdrängen, der auf Putins Lohnliste steht, hätte ein echtes Problem. Martin Schulz muss dringend Klarheit schaffen.

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