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Merkur-Redakteur Mike Schier.

Ende des Schulz-Hypes?

Kommentar: SPD nach der Saar-Wahl ist unter Zugzwang

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München - Anstatt auf den Schulz-Hype zu setzen, sollte die SPD rationale Politik betreiben. Diese Mahnung an die Sozialdemokraten ist das Fazit der Saarwahl, meint Merkur-Redakteur Mike Schier.

Am Ende des Wahlabends schien auch die letzte Metapher ausgereizt: Der „Schulzzug“, den die SPD seit Wochen durchs Land rollen ließ, war gestoppt, ausgefallen und entgleist. All die kindliche Aufregung über ihren „Gottvater“, mit der die „Martin, Martin“ rufenden Genossen das Land zuletzt zunehmend nervten, bekamen sie am Sonntag um die Ohren gehauen. Die Junge Union bastelte für die sozialen Netzwerke sogar ein Video, in dem der Schulzzug gegen eine Wand fährt.

Saarwahl bedeutet für die SPD eine Zäsur

Keine Frage: Die Saarland-Wahl bedeutet für die SPD eine Zäsur. Ihre Strategie, die ebenso unerwartete wie rational nur bedingt erklärliche Euphorie möglichst lange auszudehnen, haben die Wähler im Saarland unsanft beendet. Es wird für Martin Schulz nicht reichen, die vielfach kritisierte inhaltliche Leere endlich mit Konkretem zu füllen. Plötzlich steht er auch vor einem strategischen Problem: Die Perspektive eines rot-roten Bündnisses scheint im Westen noch immer massiv zugunsten der Union zu mobilisieren. Selbst im Saarland, wo Oskar Lafontaine immerhin 13 Jahre lang Ministerpräsident war. Mit Blick auf die Bundestagswahl, wo mit der Außenpolitik ein besonders heikles Feld hinzukommt, muss dies dem Kandidaten zu denken geben – zumal das Erstarken der SPD die Grünen an den Rand einer Existenzkrise führt.

Ist dies das Ende des Schulz-Hypes? Zumindest eine Mahnung an die SPD, rationaler Politik zu betreiben. Doch für Abgesänge auf Schulz wäre es zu früh. Nach den Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein könnte die Gefühlswelt der SPD wieder ganz anders aussehen. In Zeiten, in denen Demoskopen am volatilen Wahlverhalten verzweifeln, fällt es auch Parteien schwerer, sich für den Wahlkampf zu rüsten. Doch allein auf kurzfristige Emotion zu setzen, gleicht einem Glücksspiel.

Lesen Sie auch: Landtagswahl im Saarland: Das Ergebnis in Karte und Grafiken

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