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MM-Redakteur Dirk Walter.

Gewerkschaft macht Drohung wahr

Ausstand bei BOB und Meridian: Ein vermeidbarer Streik

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München - Der Streik bei BOB und Meridian müsste nicht sein, sagt Merkur-Autor Dirk Walter. Und doch wäre es seiner Meinung nach verkehrt, der Gewerkschaft die Schuld dafür zu geben.

Dieser Streik müsste nicht sein: Tausende Pendler, die sonst mit der Oberlandbahn oder den Meridian-Zügen fahren, müssen am Deinstag entweder am Bahnsteig frieren oder aufs Auto umsteigen. Dabei sind die Differenzen zwischen Unternehmen und Gewerkschaft eigentlich minimal und alles andere als unüberwindbar. Es geht lediglich um die Frage, ob die Fahrt eines Lokführers während der Dienstzeit zum Einsatzort zu 50 Prozent oder 100 Prozent als Arbeitszeit angerechnet wird. Über solche Fragen sollte nach menschlichem Ermessen Einigung erzielt werden, ohne die Pendler damit zu belästigen. Ein vermeidbarer Streik also.

Es wäre verkehrt, der Gewerkschaft die Schuld dafür zu geben. Hier kulminiert eine schon länger anhaltende Unzufriedenheit vieler Beschäftigter im Unternehmen. Die BOB hat dem roten Riesen, der Deutschen Bahn, in den vergangenen Jahren kräftig zugesetzt – sie hat (nach holprigem Start) erfolgreich die Strecken nach Salzburg/Kufstein übernommen und wird künftig auch im Bahnverkehr rund um Augsburg/Allgäu mitmischen. 

Die Kehrseite dieses Expansionskurses, so könnte man mit aller Vorsicht formulieren, sind gewisse Abstriche bei den Personalkosten – vor allem, wenn man das mit der Deutschen Bahn vergleicht. Es ist eigentlich ein Armutszeugnis, dass der Freistaat als Besteller des Verkehrs solche Praktiken wieder und wieder (zuletzt bei der S-Bahn Nürnberg) hinnimmt. Bei der BOB wenigstens sollte die Unternehmensführung schnell einlenken, damit dieser Streiktag der erste und letzte bleibt.

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