S-Bahn lässt Bahnhöfe aus

Kommentar: Was kommt als nächstes, liebe Bahn?

  • schließen

München - Bei der S-Bahn gibt’s doch nichts, was es nicht gibt. Nun werden also Haltestelle einfach ausgelassen, um Verspätungen einzuholen. Was kommt als nächstes? Die pünktliche Leerfahrt? Ein Kommentar von Dirk Walter.

Ja, am einfachsten wäre natürlich eine Bahn ohne lästige Fahrgäste, die sowieso nur immer in der Lichtschranke der Türen stehen und sozusagen an den Verspätungen selber schuld sind. Genug der Lästereien. Weil der S-Bahn-Chef ein kluger Manager ist, der sich auch um Details seines Unternehmens kümmert, wird er den Unsinn mit den ausgelassenen Stationen wahrscheinlich bald abstellen. Das Grundproblem freilich bleibt: Die S-Bahn fährt an der Kapazitätsgrenze – und alle schauen hilflos zu.

München ist seit Jahren Zuzugsgebiet mit schier angsteinflößenden Zuwachsprognosen. Aber die Verkehrswege bleiben auf dem Stand der 1970er-Jahre. Insofern ist der S-Bahn-Chef auch ein Getriebener, der die Mängel des Systems verwalten muss. Es gibt immer mehr Fahrgäste, aber nicht mehr Züge und natürlich auch nicht mehr Gleise. Mittlerweile müssten auch eiserne Anhänger des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels einsehen, dass es ein Fehler war, nur auf den Tunnel zu warten und alle anderen betrieblichen Verbesserungen hintanzustellen. In der Tat: Die Region schaut durch die Röhre – aber irgendwie ganz anders als erhofft. Der zweite Tunnel kommt frühestens in zehn Jahren – wenn überhaupt. Diese Hinhaltetaktik haben die Fahrgäste von heute einfach satt, satt, satt.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nordkorea antwortet mit Trotzreaktion
Seoul - Handelt Nordkoreas Machthaber irrational? Mit seinen Raketen- und Atomtests fordert er nicht nur die USA, sondern auch die internationale Staatengemeinschaft …
Nordkorea antwortet mit Trotzreaktion
Fast 4000 weitere Staatsbedienstete in der Türkei entlassen
Ankara - Im Zuge ihres Vorgehens gegen mutmaßliche Putsch-Unterstützer hat die türkische Regierung fast 4000 weitere Staatsbedienstete entlassen.
Fast 4000 weitere Staatsbedienstete in der Türkei entlassen
"Flüchtlings-Offizier": Rechte Gesinnung offenbar lange bekannt
Gießen - In dem Fall des Bundeswehr-Offiziers, der sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben hat, sind noch viele Fragen offen. Allerdings hätte man gewarnt …
"Flüchtlings-Offizier": Rechte Gesinnung offenbar lange bekannt
Die FDP sucht ihr Rezept für die Rückkehr in den Bundestag
Berlin - Bildung, Digitalisierung und weniger Bürokratie: Mit diesen Schwerpunkten will die FDP in den Wahlkampf ziehen - und nach vier Jahren wieder in den Bundestag …
Die FDP sucht ihr Rezept für die Rückkehr in den Bundestag

Kommentare