TSV 1860 München zu „Geisterspiel“ verurteilt

TSV 1860 München zu „Geisterspiel“ verurteilt
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MM-Redakteur Ulrich Lobinger

MM-Kommentar

Die Politik hat keine Wahl

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München - München ist schön. Wunderschön sogar. Und das wirft zunehmend Probleme auf. Immer mehr Menschen wollen hier leben. Dieses zügellose Wachstum tut München nicht gut. Die Politik wirkt überfordert. Ein Kommentar.

Attraktivität ist an und für sich etwas Positives. München könnte aus Sicht vieler Bürger ein bisschen weniger davon vertragen, denn der Zuzug in die Landeshauptstadt wirft zunehmend Probleme auf. Es gibt viel zu wenige bezahlbare Wohnungen, das ÖPNV-System steht vor dem Kollaps, die Straßen sind in der Regel verstopft, Schulen übervoll. München tut das zügellose Wachstum nicht gut. 

Die Stadtpolitik hechelt dieser Entwicklung hinterher und wirkt überfordert. Beim Wohnungsbau immerhin hat es OB Reiter in Kooperation mit dem Stadtrat geschafft, die Schlagzahl zu erhöhen. 7000 neue Wohnungen pro Jahr sind eine stolze Zahl. Ob sie in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden kann, ist aber fraglich. Denn die letzten freien Grundstücke werden gerade überplant. Das Münchner Tafelsilber ist ohnehin schon verbraucht: das alte Messegelände, der ehemalige Flughafen Riem, die Flächen an der Stammstrecke, fast alle Kasernen. Deshalb setzt die Stadt jetzt auf Verdichtung. In den nächsten Jahren werden viele charmante Innenhöfe mit einem Baukörper gefüllt. Erste Bürger sind bereits wütend. Hat die Politik eine Wahl? Nein, denn würde sie nichts tun, würden in einigen Jahren in München nur noch Spitzenverdiener und Erben leben. Aufgabe der Politik muss es sein, behutsam und mit Rücksicht auf Anwohner in das Stadtbild einzugreifen. Andernfalls läuft die Stadt Gefahr, ihren Charakter zu verlieren.

Ein Kommentar von MM-Redakteur Ulrich Lobinger

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