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Das Areal des künftigen Flüchtlingsheims.

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Rechter Anschlag in München: Nicht relativieren

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München - Die Verfolgung rechter Angriffe ist wichtig - aber genauso die gesellschaftliche Debatte, in der klar sein muss: Gewalt ist nie ein Mittel. Weder im fernen Sachsen, noch im seligen Bayern.

Das Asylbewerberheim im Münchner Norden war noch nicht bewohnt. Die Molotowcocktails zündeten nicht. Die mutmaßlichen Täter waren Jugendliche aus der Nachbarschaft – und wohl nicht aus der organisierten rechten Szene. Zum Relativieren der Ereignisse taugt all das nicht. Sie sind ein Warnschuss. Auch in Bayerns Landeshauptstadt könnte Schlimmes passieren. Inzwischen muss man sagen: Es wäre nicht mehr allzu überraschend.

In den vergangenen drei Jahren hat sich im Freistaat die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte verfünffacht, 2015 gab es durchschnittlich mehr als eine Straftat pro Woche gegen eine Unterkunft. Im Vergleich zum Vorjahr wird 2016 mit einem weiteren, deutlichen Anstieg gerechnet. Erst dieser Tage sprach der Verfassungsschutz von einer „dramatischen“ Situation.

Aufgeklärt wurden nur sehr wenige dieser Angriffe. Gut, dass das jetzt anders war. Die Münchner Polizei mag so auch manchen potenziellen Täter abschrecken. Doch die Verfolgung der Straftaten ist nur das Eine. Das Andere ist die gesellschaftliche Debatte. Und in der muss auch in diesen hitzigen Wochen klar sein, dass Gewalt nie ein Mittel sein darf. Nicht im fernen Sachsen. Aber eben auch nicht hier, im seligen Bayern.

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