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Merkur-Vize-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Wohlfahrtsverbände gehen auf die CSU los

Kommentar: Simple Gleichungen

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Wohlfahrtsverbände in München fordern mehr Geld für die Integration. Zugleich kritisieren sie die Rhetorik der CSU zum Thema. Ein Kommentar dazu von Merkur-Vize-Chef Georg Anastasiadis.

Glücklich, wer in der aktuellen Flüchtlingskrise noch über ein festgefügtes Weltbild verfügt – so wie „Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände in München“. 

Böse ist demnach alles, was den Zuzug nach Deutschland begrenzt: das Asylpaket II, die Schließung der Fluchtrouten, der Deal mit der Türkei und die CSU. Böse ist aber auch, wer wie Bayerns Finanzminister darauf hinweist, dass die Finanzquellen des Staates nicht unerschöpflich sind und die öffentliche Hand auch noch andere Aufgaben zu bewältigen hat als die Flüchtlingshilfe.

Nun wird kein vernünftiger Mensch bestreiten, dass angesichts der vor uns liegenden Herkulesaufgabe Geld für die Eingliederung der Migranten gut investiertes Geld ist. Und mit den 3,25 Milliarden Euro, die Bayern allein heuer für Asyl und Eingliederung ausgibt, muss sich der Freistaat wahrlich nicht verstecken. Doch die von den Wohlfahrtsverbänden aufgestellte Rechnung – Grenzen auf, Kassen auf und alles wird gut – ist erkennbar zu simpel, um aufzugehen.

Der Idealismus zehntausender (freiwilliger) Helfer in Ehren – aber an dieser Stelle muss schon der Hinweis erlaubt sein, dass es auch der Sozialindustrie am Ende nicht (nur) um ein reines Gewissen und um Gotteslohn geht. Sondern (auch) um Stellen und Etats, kurz um das Geld der Steuerzahler. Wer sich dem in den Weg stellt, findet sich – so wie jetzt die CSU – schnell in einem Topf mit der AfD wieder.

Lesen Sie hier den Hintergrundartikel: Wohlfahrtsverbände fordern - "Mehr Geld für sozialen Frieden

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