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MM-Redakteur Ulrich Lobinger.

Merkur-Kommentar

Zweite S-Bahn-Stammstrecke: Verständliche Blockade

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Die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ist ein Paradebeispiel missglückter Infrastrukturpolitik. Die Geschichte des Projekts ist gepflastert mit verpassten Zeitplänen und aus dem Ruder gelaufenen Kostenschätzungen. Gleichzeitig wird die Situation für S-Bahn-Nutzer immer schlimmer.

Zwar liegt inzwischen Baurecht für alle Streckenabschnitte vor, noch immer ist das 3,1-Milliarden-Projekt aber nicht finanziert. Dass die Stadt den Marienhof nicht den Baggern preisgeben möchte, bevor tatsächlich eine Einigung vorliegt, ist verständlich. Auf Absichtserklärungen sollte sich in Zusammenhang mit der Stammstrecke niemand mehr verlassen.

Den Platz hinterm Rathaus als Kleinod zu bezeichnen, ist sicher übertrieben. Doch so viel Grün wie dort gibt es sonst nirgends in der Altstadt. Viele Flaneure nutzen den Marienhof gerne, um auszuruhen. Hätte die Stadt nachgegeben, wäre dort und in den Straßen rundherum jetzt Baustelle – über zwei Jahre. Innenminister Herrmann (CSU) hat davor gewarnt, die Bauarbeiten auf dem Marienhof aufzuschieben. Sonst drohten Verzögerungen. Die Münchner werden es verschmerzen. Die Profiteure der zweiten Röhre, sollte sie denn kommen, sind sie ohnehin nicht. Sondern die Pendler aus dem Umland.

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