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Merkur-Redakteur Christian Deutschländer.

Merkur-Kommentar

Neue Verzögerung bei der 2. Stammstrecke: Siechtum eines Plans

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München - Jeder Tag, an dem der Plan für die zweite Stammstrecke ohne Baurecht dahinsiecht, verringert die Realisierungschance. Das ist schade für Münchens S-Bahn-System, nicht so schade allerdings für die Steuerzahler in ganz Bayern.

Die Parallelröhre irgendwo hinter dem Marienplatz vorbei wird mit jeder Verzögerung immer teurer. Verkehrspolitisch wünschenswert war sie immer schon, rentabel aber noch nie, inzwischen wäre sie sogar ein Milliardengrab. Millionen in die Planung dieses Gespensterprojekts zu investieren, konnte sich das reiche Bayern leisten; jetzt wäre es allerdings an der Zeit, Vernunft walten zu lassen und das Vorhaben zu beenden.

Ein solch klarer Schnitt hilft den Pendlern. Bisher blockiert das Festhalten an der Röhre ein ernsthaftes Nachdenken über Alternativen. Bahn-Ring, längere U-Bahn-Äste – alles keine 1A-Lösung und auch nicht billig, aber politisch weiser und ehrlicher als eine Fortsetzung des jahrzehntealten Tunnel-Trauerspiels. Bayern, vor allem die Seehofer-Regierung, steht vor einem Infrastruktur-Jahr mit Mega-Entscheidungen über Stammstrecke und Flughafen-Ausbau. Der Tunnel wird immer unwirklicher, bei der Startbahn ist der Trend zumindest auf lange Sicht eher gegenläufig. Daraus könnte sich eigentlich eine seriöse Doppel-Entscheidung kombinieren lassen.

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