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Die Stadt erwägt einen Preis an eine Israel-feindliche Gruppe zu vergeben.

Stadt vergibt Anita-Augspurg-Preis

Kommentar: Kein würdiger Preisträger

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München - Die Stadt will am Mittwoch entscheiden, einen frauenpolitischen Preis an eine Gruppe zu geben, die als Israel-feindlich gilt. Das ist unverständlich. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Felix Müller.

Ein liberales München muss vieles aushalten. Auch eine große Vielfalt an Meinungen. Immer wieder gibt es Debatten, ob die Stadt bestimmte politische Veranstaltungen nicht in ihren Gebäuden zulassen sollte. Verbote mögen hier gelegentlich sinnvoll sein – aber nur als Ausnahme. Eine liberale Stadt, deren Handeln nach Gesinnungspolizei müffelt, ist keine liberale Stadt mehr.

Doch jetzt geht es um eine Auszeichnung. Die soll ausgerechnet einer Gruppe verliehen werden, die den jüdischen Staat geschichtsvergessen und geschmacklos bezichtigt, eine „Vernichtungsmaschine“ zu betreiben. Die fordert, israelische Produkte zu boykottieren - und sich unter Druck geraten halbherzig und wenig glaubwürdig davon distanziert. Ja, es gibt viel zu tun für Frauenrechtlerinnen im Nahen Osten: in den patriarchalischen Gesellschaften. Doch die IFFF hat nur ein Problem, und zwar mit dem demokratischen jüdischen Staat.

Es spricht vieles dafür, die IFFF deswegen zu kritisieren. Trotzdem kann man es in Ordnung finden, dass sie sich in von der Stadt geförderten Räumen trifft. Vielleicht muss man das in einer liberalen Stadt sogar aushalten. Aber eine israelfeindliche Gruppe mit einem Preis noch zu ehren: Nein, das muss man nicht verstehen.

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