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Christine Ulrich, Merkur-Redakteurin für Sozialpolitik.

Merkur-Kommentar

Neue Sozialreferentin: Spaß bei der Klassensprecherwahl

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München - München hat eine neue Sozialreferentin: Dorothee Schiwy folgt auf Brigitte Meier. Merkur-Redakteurin Christine Ulrich kommentiert die Wahl.

Nein, das Rathaus ist keine spaßbefreite Zone, und das ist gut so. Was wäre ein Stadtrat, der über die Bestellung von Druckerpapier genauso zu entscheiden hat wie über milliardenschwere Schulbauprogramme, würde er sich nicht ab und an in Blödeleien entspannen.

Die derben Witze, der Münchner Grant: Gerade Politiker brauchen ein wenig heitere Gelassenheit angesichts ihres alltäglichen bierernsten Geschäfts. Wie gut, dass auch OB Reiter eine Stadtratssitzung mit viel Humor leiten kann. Etwa indem er sich wie am Mittwoch beim Verlesen des Tagesordnungspunkts „Neuregelung der Dienstwohnungsvorschriften“ ironisch räuspert – anspielend auf den Ärger um die GWG-Wohnungen.

Es zeichnet allerdings jeden Politiker aus, die rote Linie im Auge zu behalten. Und zu überlegen, was Bürger denken, wenn bei einer Referentenwahl lauter Spaßvorschläge auftauchen, die an eine Klassensprecherwahl erinnern. Zwei Stimmen für Petra Perle? Fünf für Brigitte Meier? Man kann sich gut vorstellen, wie da im Vorfeld Erwachsene zusammensaßen und kicherten. Doch es hat ja Tradition: Im Februar votierte ein Stadtrat für Helene Fischer als Bildungsreferentin. Vor sechs Jahren bekamen Barack Obama und Hansi Hinterseer eine Stimme. Ja, wo samma denn? Geht es um Klassensprecher oder um höchste Ämter in der Stadtpolitik? Man kann das deuten als Zeichen für Entspannung – oder aber für Wurstigkeit. Ein schmaler Grat.

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