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MM-Redakteur Til Huber.

Kommentar zu Stromtrassen

Verzögerung - aber kein Grund zur Panik

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München - Das Mammutprojekt Energiewende lässt sich nicht bis ins Letzte am Reißbrett planen. Seriöse Studien zeigen, dass selbst eine deutlich längere Verzögerung zu verkraften wäre.

Es ist eine schlechte Nachricht – allerdings eine, die kaum überrascht: Die großen Stromtrassen vom Norden Deutschlands in den Süden kommen laut Bundesnetzagentur Jahre später als geplant. Weil die Trassen nun nach Anwohnerprotesten unter statt über der Erde gebaut werden sollen, müssen neue Planungen her. Das dauert. Das kostet. Und daraus lassen sich wieder einmal allerlei Horrorszenarien ableiten.

Es ist paradox, ja irrsinnig: Im Norden wird Windstrom produziert und kaum verbraucht. Im Süden müssen dafür teuer Ausgleichskraftwerke einspringen. Andererseits: Das Mammutprojekt Energiewende lässt sich eben nicht bis ins Letzte am Reißbrett planen. Widerstände, externe Entwicklungen – manches ist unvorhersehbar. Einen Schritt zurück, dann zwei Schritte vor. Die Erdverkabelung etwa soll ja gerade mehr Bürgerakzeptanz bringen – ein Gleitmittel, ohne das bald gar nichts mehr ginge.

Seriöse Studien zeigen, dass selbst eine deutlich längere Verzögerung zu verkraften wäre. Anlass zur Panik gibt es nicht. Und schon gar keinen Grund, nun wieder in Grundsatzdebatten über Energiepolitik zu verfallen. Bundespräsident Joachim Gauck jedenfalls hat just gestern wieder mehr Engagement für die Energiewende angemahnt.

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