Anschläge in Saudi-Arabien

Kommentar: Der Terror kehrt heim

  • schließen

München - Saudi-Arabien, das ist die Wiege des weltweiten Dschihadismus: Von hier aus wurden die Anschläge gegen die Türme des World Trade Centers geplant. Jetzt kehrte der Terror heim. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Schwerreiche Saudis waren die Hauptsponsoren von El Kaida mit seinen Terrorablegern überall in der muslimischen Welt. Und es ist Saudi-Arabien, das radikale Imame in deutsche Salafistenmoscheen entsendet, die hier Unfrieden stiften. Dass das Öl-Königreich mit seinem wahhabitischen Steinzeit-Islam nun selbst zur Zielscheibe muslimischer Glaubensfanatiker geworden ist, verwundert deshalb nicht. Der Terror kehrt in sein Mutterland zurück. Die für den Krieg gegen den ungläubigen Westen erschaffene Bestie wendet sich gegen ihren Schöpfer.

Wer will, mag darüber eine Art grimmiger Genugtuung empfinden. Wer Hass sät, wird Hass ernten. Beunruhigend sind die Anschläge in Dschiddah und Medina gleichwohl. Dass es dem – mit El Kaida rivalisierenden – IS mittlerweile gelingt, selbst im bis an die Zähne bewaffneten Hochsicherheitsland Saudi-Arabien Anschläge zu organisieren, zeigt dessen ungebrochene Macht. Man muss keine Sympathie für das Land, in dem Menschen bis heute reihenweise gesteinigt und geköpft werden, empfinden, um gleichwohl die Vorstellung zu fürchten, dass nach dem Irak und Syrien ein weiterer Pfeiler der arabischen Welt ins Wanken gerät.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Irakische Armee nimmt Osten der IS-Hochburg Mossul komplett ein
Mossul - Vor wenigen Wochen steckte die Offensive auf die IS-Hochburg fest - doch mit neuer Dynamik vertreiben die irakischen Truppen die Dschihadisten. Die Schlacht ist …
Irakische Armee nimmt Osten der IS-Hochburg Mossul komplett ein
Indirekte Syrienverhandlungen zur Stärkung der Waffenruhe
Ein neuer Anlauf für den Frieden im vielleicht schlimmsten Konflikt der Gegenwart: Im kasachischen Astana begannen am Montag neue Syriengespräche. Doch die Standpunkte …
Indirekte Syrienverhandlungen zur Stärkung der Waffenruhe
SPD lässt Zeitpunkt für Steinmeier-Nachfolge offen
Berlin - Die SPD lässt den Zeitpunkt für die Besetzung des Außenministerpostens weiter offen. Das Problem: Erst einmal muss die Partei ihren Kanzlerkandidat präsentieren.
SPD lässt Zeitpunkt für Steinmeier-Nachfolge offen
Aigner fordert: Trump-Bashing beenden
München - Die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Empörung gesorgt. So kann das nicht weitergehen, findet Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.
Aigner fordert: Trump-Bashing beenden

Kommentare