Merkur-Korrespondent Friedemann Diederichs. 

Seine erste Auslandreise

Kommentar: Trump, der Friedensstifter im Nahen Osten?

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US-Präsident Donald Trump mimt im Nahen Osten den Friedensstifter. Aber gelingt ihm das, woran seine Vorgänger scheiterten? Merkur-Korrespondent Friedemann Diederichs kommentiert.

Am Wochenende Saudi-Arabien, gestern Israel. Er spüre ein „großes Gefühl“ für Frieden, sagte Donald Trump bei seiner Ankunft in Tel Aviv. Aber wie stehen die Chancen, dass ausgerechnet dieser zu Hause so polarisierende US-Präsident einer zerrissenen Region Versöhnung und vielleicht sogar auch Friedensverträge bringt?

Trumps lobenswerter Vorsatz wird auch dadurch erschwert, dass sein Vorgänger Barack Obama ein folgenschweres „Disengagement“ praktizierte, weil er politisch dort keine Risiken eingehen wollte. Das Fiasko des Irak-Kriegs noch vor Augen, hakte ein angstvoller Obama den Nahen Osten ab. Selbst rote Linien in Syrien interessierten ihn bald nicht mehr, Giftgasattacken Assads auf die eigenen Bürger blieben ungestraft, und die USA verloren damit auch ihr einstiges Image als ordnende Macht mit Einfluss – und allen Respekt.

Und nun der Friedensstifter Donald Trump? Es müsse doch möglich sein, einen „Deal“ zwischen Israel und den Palästinensern abzuschließen, lautet sein Credo. Auch komplizierte jahrzehntelange Konflikte, an denen sich schon Präsidenten wie Bill Clinton die Zähne ausbissen, werden mit den Augen eines Geschäftemachers gesehen. Seien wir ehrlich: Von Diplomatie hat Trump keine Ahnung. Alles andere als ein Scheitern des US-Präsidenten mit seinen Nahost-Anliegen wäre deshalb ziemlich überraschend.

Lesen Sie hier: Trump besuchte am Montag die Klagemauer

Amüsante „Peinlichkeit“ überschattet Trumps Ankunft in Israel

Sachen gibt‘s: Ausgerechnet mit einer Social-Media-Aktion hat ein israelischer Abgeordneter für eine „Peinlichkeit“ bei der Ankunft von Twitterkönig Donald Trump in Tel Aviv gesorgt.

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