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Minister im Kreuzverhör

Kommentar zur Russland-Affäre: Trump, der Mauer-Mann

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Donald Trump ist in der Russland-Affäre unter Druck - aber seine Minister mauern geschickt. Zeit, zum Tagesgeschäft zurückzukehren, findet USA-Korrespondent Friedemann Diederichs.

Donald Trump versprach den US-Bürgern im Wahlkampf eine unüberwindbare Mauer an der Grenze zu Mexiko, um den Zufluss an Migranten ohne Einreiseerlaubnis und auch islamistischen Gefährdern zu begrenzen. Bis heute gibt es diese Mauer nicht. Dafür sitzt in Trumps Kabinett mit Justizminister Jeff Sessions ein professioneller Mauer-Mann, der sich auf die Abwehr von lästigen Fragen spezialisiert hat. In einer Zeit, wo stundenlange Live-Befragungen vor dem Kongress mittlerweile die Nachrichtensender dominieren, lieferte Sessions gestern eine Meisterleistung ab, als es um das für das Trump-Lager so brisante Russland-Thema ging.

Jeff Sessions‘ Meisterleistung

Er weiß nichts über Russland-Kontakte anderer Trump-Helfer. Er kann sich nicht genau erinnern, wie oft er den russischen Botschafter traf. Und er deckt Donald Trump trotz eines Berichten zufolge gespannten Verhältnisses vasallentreu den Rücken: Wann immer die Fragen der Senatoren wirklich unangenehm werden, sieht er seine Gespräche mit dem Präsidenten als priviligiert an - auch, was die so umstrittene Entlassung von FBI-Chef James Comey angeht. 

Das ganze Abblock-Schauspiel geht nicht ohne einen Hauch von Ironie ab, haben sich doch gleichzeitig die Erkenntnisse über aktive Manipulationsversuche russischer Hacker beim US-Urnengang verfestigt. Sogar Wählerregistraturen und die Hersteller von Wahlmaschinen-Software sollen das Ziel gewesen sein. Aufgepasst, Deutschland!

Ein Amtsenthebungsverfahren ist nicht absehbar

Doch der Justizminister und einst enge Trump-Freund Sessions weist erwartungsgemäß empört jeden Verdacht der Kollaboration zurück. Unterm Strich ist das Volk am Ende ncht viel klüger. Immer deutlicher wird, dass entweder tätschlich keine aktive Zusammenarbeit des Kandidaten Trump mit dem Kreml stattfand - oder eine solche dank der Verdunkelungskünste der Beteiligten nicht nachzuweisen sein wird. 

Und nach einem Amtsenthebungsverfahren im "Watergate"-Stil drängt es die Mehrheit der Volksvertreter trotz Indizien für eine gezielte Justizbehinderung Trumps derzeit nicht. Das von der "Russland-Affäre" paralysierte Washington sollte sich deshalb überlegen, irgendwann wieder nach vorn zu schauen - und zum politischen Alltag und dem Regieren zurückzukehren.

Friedemann Diederichs

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