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Hier kommentiert Georg Anastasiadis. 

Frankreich, USA: Glaubensvertreter unter Druck

Kommentar: Muslime, raus aus der Schmollecke!

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Donald Trump fordert ein Einreiseverbot für Muslime und blamiert sich. Jedoch: An der zunehmend militanten Abwehrhaltung gegenüber dem Islam sind die Wortführer der Muslime nicht ganz unschuldig. Ein Kommentar. 

Jeder blamiert sich, so gut er kann – und Donald Trump kann’s ganz besonders gut. Die Forderung des US-Präsidentschaftskandidaten nach einem Einreiseverbot für Muslime verrät viel: über ihn selbst.

Aber auch über eine nicht nur in den USA, sondern auch bei uns zunehmend militante Abwehrhaltung gegenüber dem Islam, unter der Muslime leiden, an der ihre Wortführer aber nicht ganz unschuldig sind. Denn egal, was im Namen dieser Religion passiert – Terroranschläge, Ehrenmorde, Unterdrückung von Frauen –, Kritiker werden stets mit derselben wohlfeilen Formel belehrt: Das habe nichts mit „dem“ Islam zu tun. Wie wenig das viele Bürger überzeugt, zeigte zuletzt der Wahlerfolg der Rechtsradikalen in Frankreich.

Was also ist dann „der“ Islam? Auffällig ist, dass er dort, wo er als Staatsreligion gelebt und gelehrt wird, ganz anders auftritt als bei uns, wo sich die Anhänger Mohammeds als Minderheit mit einer (noch) christlich dominierten Gesellschaft arrangieren. Was also ist von Steinigungen zu halten, die Ehebrecherinnen nach dem Scharia-geprägten Staatsrecht in einem Dutzend Ländern drohen? Ist das noch Islam oder schon Pervertierung durch wahhabitische oder andere Fundamentalisten? Und wenn es Pervertierung ist: Wie kann es dann sein, dass sich viele deutsche Muslimgemeinden ihre Moscheen samt Imamen von reichen Glaubensfanatikern aus Saudi-Arabien und Katar bezahlen lassen (in Frankreich sind es gar 60 Prozent)? Ausgerechnet Katar, wo weltrekordverdächtige 48 Prozent der Facebook-Nutzer den Terror von Paris  feierten! Es ist diese Doppelbödigkeit, die irritiert und Misstrauen sät.

Je flächendeckender muslimische „Einzeltäter“ zuschlagen, desto hohler wirkt die beleidigte Opferpose, mit der muslimische Würdenträger auf Vorhaltungen reagieren. Es stimmt ja: In ihrer erdrückenden Mehrheit sind die in der westlichen Diaspora lebenden Muslime friedfertig. Aber es gibt noch immer zu viele, die es nicht sind, als dass sich ihre Repräsentanten mit Worthülsen aus der Verantwortung ziehen könnten. Wenn sich Muslime in unserer Mitte angenommen fühlen möchten, dann müssen ihre Verbände raus aus der Schmollecke und selbst aktiv werden. Dann dürfen sie ihre Freitagsgebete nicht mehr von Predigern halten lassen, die in ihrer Heimat einen mittelalterlichen Islam pflegen oder vom Religionsamt einer zunehmend islamistischen Türkei entsandt werden. Es gibt viel zu tun. Die Bundesregierung täte gut daran, hier als Impulsgeber aufzutreten, statt fragwürdige Dialogpartner zu hätscheln.

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