Merkur.de-Autorin Christine Novotny

Merkur.de-Autorin klärt auf

Kommentar: Tschechien! Bitte nicht Tschechei!

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München - Können Sie sich vorstellen was passiert, wenn Sie in Gegenwart eines Tschechen „Tschechei“ sagen? Er wird Sie entsetzt anschauen. Ein Kommentar von Merkur.de-Autorin Christine Novotny.

Warum das so ist, weiß ich. Ich bin selber Tschechin und kenne das Gefühl nur zu gut. Denn immer wieder sagen Menschen um mich herum „Tschechei“.

Wir Tschechen verbinden mit dem Begriff „Tschechei“ die NS-Besatzung in unserem Land ab dem Frühjahr 1939. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auch noch unser „Schwesterstaat“, die Slowakei, von uns getrennt. Außerdem war es 1938 zu einer Abtrennung des Sudetenlandes gekommen. Was von der Tschechoslowakei übrig blieb wurde von den Nazis „Rest-Tschechei“ oder „Tschechei“ genannt. Bis heute ist der Begriff negativ belegt, wird aber weiterhin verwendet.

Deutschlands Nachbarland heißt Tschechien. Nicht Tschechei. Wenn Sie in Zukunft den richtigen Namen aber immer noch nicht beherrschen sollten, sagen Sie lieber Tschechoslowakei. Das wirkt deutlich weniger ignorant und herablassend, als Tschechei.

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Kommentare

anno2015
(1)(0)

...haben sie, Frl.Novotny,
in den Tschechischen Schulbüchern etwa auch gelernt, daß "die Deutschen 1938 gekommen und 1945 wieder gegangen sind" - oder woher ihre gar einseitige ´Empörung´ ?!?
.
Tschechei war ab 1918/19 analog zur Slowakei üblicher Sprachgebrauch
- wir können auch gern wieder zu `Böhmen` zurückkehren.
Aber die Tschechoslowakei ist nimmer existent !
Und für die Slowaken ist das "auch gut so".

Vorschlag zur Güte
(1)(0)

Ihr nehmt jetzt 1 Million "Flüchtlinge" auf, schließlich wurde für 3,5 Millionen von Euch einst Platz geschaffen, und wir sagen dafür ab jetzt immer nur Tschechien!

kempeAntwort
(2)(0)

Man sagt ja auch Mongolei und nicht Mongolien.

Diese Sprachverhunzung wegen irgendwelcher politischer Empfindlichkeiten muß endlich mal ein Ende finden, damit unsere Sprache überhaupt noch benutzbar bleibt!