Merkur.de-Autorin Christine Novotny

Merkur.de-Autorin klärt auf

Kommentar: Tschechien! Bitte nicht Tschechei!

  • schließen

München - Können Sie sich vorstellen was passiert, wenn Sie in Gegenwart eines Tschechen „Tschechei“ sagen? Er wird Sie entsetzt anschauen. Ein Kommentar von Merkur.de-Autorin Christine Novotny.

Warum das so ist, weiß ich. Ich bin selber Tschechin und kenne das Gefühl nur zu gut. Denn immer wieder sagen Menschen um mich herum „Tschechei“.

Wir Tschechen verbinden mit dem Begriff „Tschechei“ die NS-Besatzung in unserem Land ab dem Frühjahr 1939. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auch noch unser „Schwesterstaat“, die Slowakei, von uns getrennt. Außerdem war es 1938 zu einer Abtrennung des Sudetenlandes gekommen. Was von der Tschechoslowakei übrig blieb wurde von den Nazis „Rest-Tschechei“ oder „Tschechei“ genannt. Bis heute ist der Begriff negativ belegt, wird aber weiterhin verwendet.

Deutschlands Nachbarland heißt Tschechien. Nicht Tschechei. Wenn Sie in Zukunft den richtigen Namen aber immer noch nicht beherrschen sollten, sagen Sie lieber Tschechoslowakei. Das wirkt deutlich weniger ignorant und herablassend, als Tschechei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Innensenator: „Freiheitliche Grundordnung gilt leider auch für Arschlöcher“
Einige Hundert Menschen aus linken Gruppen haben am Samstagmittag einen Protestzug gegen eine Neonazi-Demonstration in Berlin-Spandau gestartet.
Innensenator: „Freiheitliche Grundordnung gilt leider auch für Arschlöcher“
Libanesische Armee startet Offensive gegen IS-Terrormiliz
Der syrische Bürgerkrieg schwappt immer wieder über die Grenze des Libanon. Sie langem halten sich dort auch Kämpfer der IS-Terrormiliz auf. Jetzt will Libanons Armee …
Libanesische Armee startet Offensive gegen IS-Terrormiliz
US-Autor Whitehead: „Der Mob war immer da“
Den US-amerikanischen Autor Colson Whitehead erinnern die rassistischen Ausschreitungen von Charottesville an die Lynchjustiz gegen Afroamerikaner in den USA des 19. …
US-Autor Whitehead: „Der Mob war immer da“
Soldaten verstärken Kampf gegen illegale Migration am Brenner
Österreich hat die Suche nach illegal eingereisten Migranten im Bundesland Tirol verstärkt. Unweit des Brenners wurden bei der Kontrolle von Güterzügen in der Nacht zum …
Soldaten verstärken Kampf gegen illegale Migration am Brenner

Kommentare