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Kommentar zum Sturz auf 40 Prozent

Umfrage-Schreck: Gefährliche Phase für die CSU

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München - Bisher ist es allein Seehofers Erfolg, die CSU abzukoppeln vom CDU-Desaster. Wenn das nicht mehr gelingt, wäre es auch seine Niederlage.

Der wunderbare Vorteil von Umfragen lange vor Wahlen: Man kann die Zahlen nicht beweisen und kaum widerlegen. Skepsis im Umgang mit den jüngsten Forsa-Daten über die CSU ist deshalb angebracht. Zu gut passt der angebliche Sturz auf 40 Prozent jenen in den Kram, die Horst Seehofers Strategie im Umgang mit Merkel und der AfD für falsch erklären wollen. Richtig ist allerdings: Die CSU geht durch eine hochgefährliche Phase.

Die gestiegenen Flüchtlingszahlen wurden teilweise der Unions-Politik angekreidet. Die gesunkenen Zahlen werden aber nicht mit der Union verbunden. Stattdessen bleibt an der CSU ein Merkel-Malus kleben. Auch im Land erinnert manches an die Zeit vor knapp zehn Jahren: Verunsicherte Basis, eine erstarkende Partei im bürgerlich-rechten Spektrum (damals Freie Wähler, heute AfD), Murren bei Kernklientel wie den Landwirten, drohende Unruhe in der Bildungspolitik – wenn auch bisher auf niedrigerem Niveau als 2008.

Falls (seriöse) Umfragen dauerhaft nach unten zeigen, wird es ungemütlich für Seehofer. Seine Partei ist nicht so handzahm wie Merkels CDU. Bisher ist es allein sein Erfolg, die CSU abzukoppeln vom CDU-Desaster. Wenn das nicht mehr gelingt, wäre es auch seine Niederlage.

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