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MM-Redakteur Alexander Weber.

Chaos-Trennung

Kommentar: Ungeregelter Brexit - Ein Albtraum für alle

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In nur 15 Monaten muss die Scheidung Großbritanniens von der EU vollzogen sein. Ein knapper Zeitraum, schon bei einer harmonischen Trennung - doch was, wenn es zum Rosenkrieg kommt, fragt sich MM-Redakteur Alexander Weber.

„Besser kein Deal als ein schlechter“, gab die Brexit-Queen wider Willen, Premierministerin Theresa May, ihre Marschroute für die Austrittsverhandlungen mit der EU vor. Das brachte der „Eisernen Lady II“ zwar den Beifall jener euphorischen Briten ein, die beim Referendum für den nationalen Alleingang stimmten, machte aber all jene fassungslos, die die realen Folgen eines ungeordneten Austritts in Betracht ziehen. „No Deal“, das würde bedeuten, dass alle bisherigen Rahmenbedingungen zwischen London und Brüssel um Mitternacht des 30. März 2019 Makulatur sind. Ein Albtraum – vor allem für die Briten, aber auch für EU-Europa.

Brüssels Chefunterhändler, der Franzose Michel Barnier, hat jetzt ausdrücklich vor diesem Szenario gewarnt: Es drohe Chaos an den Grenzen beim Personen-, Waren- und Flugverkehr. Natürlich wird vor dem Beginn der Verhandlungen mit London auch gepokert. Doch man sollte den Faktor Zeit nicht unterschätzen. Realistisch bleiben den Unterhändlern von Juni 2017 bis Herbst 2018 nur 15 Monate, um die Scheidungsurkunde zu formulieren. Danach müssen ja alle Staaten dem Vertrag noch zustimmen. Selbst für eine harmonische Scheidung ist das wenig Zeit. Kommt es gar zum Rosenkrieg ums Eingemachte, wird der Brexit zum Sturz von der Klippe.

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