Beim G7-Gipfel und bei der Nato

Kommentar: Trump kennt nur plumpes Gut und Böse

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US-Präsident Donald Trump ist bei seiner Auslandsreise unberechenbar wie nie. Er teilt die Welt in Gut und Böse, der Maßstab ist der amerikanische Nutzen in Dollar und Cent. Die EU muss ihm die Stirn bieten, meint Merkur-Redakteur Alexander Weber.

Wie eine unvertäute Kanone auf dem Deck des Weltseglers – so geriert sich Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise. Man weiß nie, wann sie losgeht – und in welche Richtung sie schießt. Das internationale Publikum wie die politisch Beteiligten nehmen mit einer Mischung aus ungläubigem Staunen und Entsetzen zur Kenntnis, mit welchen Volten und Ellenbogen der neue US-Präsident Weltpolitik betreibt: Er teilt die Welt in Gut und Böse ein, der Maßstab ist der amerikanische Nutzen in Dollar und Cent. „Milliarden Dollars gespart, Millionen Jobs geschaffen. Die Reise war sehr erfolgreich“, twitterte er seine Sicht nach dem Nato-Treffen in Brüssel.

Zuvor hatte er das erzkonservative, mittelalterlich islamische Saudi-Arabien zum Hort des Lichts erklärt, mit dem man milliardenschwere Geschäfte machen kann. (Im Gegensatz zum Reich des Bösen, Iran.) Jenes Saudi-Arabien also, aus dem die meisten Attentäter stammen, die Amerika bei den Anschlägen des 11. September 2001 ins Mark trafen. Stattdessen hält es der Präsident bei der Einweihung des 9/11-Denkmals in Brüssel für opportun, verbal auf Amerikas Partner zu schießen und damit das Bündnis öffentlich zu beschädigen. Die Nato muss aufpassen, sich in diesem oberflächlichen Freund-Feind-Schema nicht für falsche Ziele vor den Karren Trumps spannen zu lassen.

Trump passt die starke Exportwirtschaft Deutschlands nicht

Gleiches gilt für die EU, deren wirtschaftliche Stärke dem US-Präsidenten gar nicht passt. Vor allem die der deutschen Exportwirtschaft. Neben billigem Euro und billigem Öl ist es aber – und das ignoriert Trump einfach – die Qualität deutscher Waren, die den Erfolg ausmacht. Dass Millionen Amerikaner Autos made in Germany fahren, liegt nicht an unfairen Handelspraktiken, sondern daran, dass US-Hersteller solch hochwertige Fahrzeuge nicht zu bieten haben. Die EU ist stark genug, Trump hier die Stirn zu bieten und den transatlantischen Schaden so gering wie möglich zu halten. Mehr ist mit diesem US-Präsidenten wohl nicht drin.

Lesen Sie hier den Live-Ticker zum G7-Gipfel.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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