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MM-Redakteur Sebastian Horsch.

Kommentar

Volker Beck mit Drogen erwischt: Häme nicht angebracht

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München -  Beck war immer schnell damit, die Verfehlungen anderer anzuprangern und Konsequenzen zu fordern. Nun steht er selbst am Pranger. 

Ja, Volker Beck kann einem zuweilen ziemlich auf die Nerven gehen. Der grüne Lautsprecher belehrt, provoziert, polemisiert. Zuletzt bekam das die CDU Schleswig Holstein zu spüren, die sich für Schweinegerichte in Deutschlands Kantinen einsetzte. Wer keine anderen kulturellen Werte habe, sei eine „arme Sau“, spottete Beck. So mancher mag sich also insgeheim diebisch gefreut haben über die Nachricht:Volker Beck wurde mit Drogen erwischt. Er, der sich so gerne moralisch über andere erhebt, soll 0,6 Gramm „einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ dabei gehabt haben. Es sei Crystal Meth gewesen, liest man. Sieh mal einer an.

Doch sollte Beck tatsächlich ein Drogenproblem haben, ist Häme nicht angebracht. Man sollte sich dann vielleicht eher die Frage stellen, wieso sich innerhalb kurzer Zeit schon der zweite hochrangige Berliner Politiker als Konsument der Leistungs-Droge Crystal Meth herausstellt. Das ist die menschliche Seite der Geschichte.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Die politische Seite ist eine andere. Beck war immer schnell damit, die Verfehlungen anderer anzuprangern und Konsequenzen zu fordern. Nun steht er selbst am Pranger und darf wenig Gnade erwarten. Da hilft auch der Hinweis nicht, er sei schon immer für eine liberale Drogenpolitik eingetreten. Zumal bei ihm nicht ein bisschen Gras gefunden wurde, sondern angeblich eine der zerstörerischsten Drogen, die es gibt. Dass Beck seine Ämter in der Fraktion zur Verfügung gestellt hat, war deshalb unvermeidbar. 

Gerade seine Rolle als innenpolitischer Sprecher ist mit einem solchen Verdacht nicht vereinbar. Um nun gleich auch noch die Niederlegung seines Bundestagsmandats zu fordern, ist es aber zu früh. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sollten sich die Vorwürfe aber erhärten, wird es für ihn schwer werden. Der grüne Wahlkämpfer Winfried Kretschmann konnte sich am Donnerstag schon gar nicht schnell genug distanzieren.

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