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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Bundespräsidentenwahl: Aus für Schwarz-Grün

Kommentar: Die Kanzlerin hat sich verrechnet

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Wer wird neuer Bundespräsident? Die Strategie der Kanzlerin, einen grünen Kandidaten zu unterstützen, geht nicht auf - das liegt auch an der CSU. 

Wer in der Bundesversammlung seinen Bundespräsidenten durchsetzen will, braucht entweder einen überzeugenden Kandidaten – oder eine überzeugende Strategie. In der Berliner CDU-Zentrale fehlt es an beidem, weshalb die Wahrscheinlichkeit wächst, dass demnächst der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier als Nachmieter von Joachim Gauck ins Schloss Bellevue einziehen wird.

In der SPD ist mittlerweile so viel Zug in die Kampagne für den Bundesaußenminister gekommen, dass beim heutigen Koalitionsgipfel eine Einigung von CDU, CSU und SPD auf einen gemeinsamen (anderen) Kandidaten ausgeschlossen erscheint. Umgekehrt ist der Plan der Kanzlerin gescheitert, den Grünen Winfried Kretschmann ins höchste Staatsamt zu hieven und so die Weichen für Schwarz-Grün im Bund zu stellen. Wieder ist es die CSU, die Angela Merkel die Tour vermasselt: Vor die Wahl zwischen Steinmeier und Kretschmann gestellt, würden die bayerischen Christsozialen eher den Genossen als den Grünen wählen.

Das liegt daran, dass auch die CSU die Grünen braucht. Aber nicht, wie die Kanzlerin, als Mehrheitsbeschafferin für die eigene Wiederwahl 2017. Sondern als Gegner bei der Bayernwahl 2018. Mit einer Partei, die als linkes Schreckgespenst zur Verteidigung der absoluten Mehrheit herhalten soll, kann man sich schlecht ins Bett legen. Erst recht nicht jetzt, da auch die CSU unter dem Schock der Trump-Wahl steht. In Amerika haben wütende Wähler gerade gezeigt, wie man Polit-Kartelle (oder das, was man dafür hält) zerschlägt. Sieht so aus, als habe sich die Kanzlerin verrechnet. Schon wieder.

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