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Marcus Mäckler kommentiert für den Merkur.

Nordkorea provoziert die USA weiter

Kommentar zum Nordkorea-Konflikt: Pekings Erwachen

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Aller Warnungen zum Trotz setzt Nordkorea sein Raketenprogramm unbeirrt fort. Merkur-Redakteur Marcus Mäckler sieht im Vorgehen Kim Jong Uns einer Logik. Ein Kommentar.

München - Es ist natürlich bequem, Nordkoreas Diktator als irrationalen Spinner abzutun. Dabei zeigt der jüngste Raketentest, dass Kim Jong Un einer durchdachten Eskalationslogik folgt: Es war nicht die erste nordkoreanische Rakete, die über Japan flog, aber erstmals war der Test unangekündigt. Außerdem richtete sich die Provokation indirekt auch gegen die USA, die Kim - Stichwort Houston - in einem Moment der Schwäche trifft. Er tänzelt auf der roten Linie, ohne sie, etwa durch einen direkten Angriff, zu überschreiten. So schafft er es seit Wochen, größte Wirkung zu erzielen. Eine Rakete reicht, um die Welt zum Zittern und die Börse zum Wackeln zu bringen.

Trump zu Nordkorea: Alle Optionen sind auf dem Tisch

Das soll die Gefahr, die von dem kommunistischen Land ausgeht, nicht herunterspielen. Auch ein kalkuliert agierender Herrscher kann die Nerven verlieren und ein Krieg - ob mit Japan oder Südkorea - bliebe sicher nicht auf die Region begrenzt. Allerdings halten Experten einen Erstschlag im Moment für unwahrscheinlich. Kim weiß: Das wäre das Ende seines Regimes.

Nordkorea-Fotos zeigen immer ein leicht übersehbares Detail

Dass China nun von einem Wendepunkt in dem Konflikt spricht, klingt zunächst beängstigend. Vielmehr zeigt es aber, dass Peking bereit zu sein scheint, seine passive Rolle aufzugeben und Nordkorea an den Verhandlungstisch zu zwingen. Dem Diktator ist klar, dass er ohne das Wohlwollen des großen Bruders im Norden nicht überleben kann. Vielleicht ist das Erwachen Pekings ein erster Schritt auf dem langen Weg zum Frieden.

Marcus Mäckler

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