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Kommentar: Irrflug in den Klima-Sozialismus

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Von: Georg Anastasiadis

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Georg Anastasiadis © Klaus Haag

Bernd Riexinger will alle Airlines verstaatlichen, weil angeblich nur der Staat Umweltschutz kann. Doch der Linksparteichef ist nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist, dass in Deutschland zu viele Riexingers unterwegs sind. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Wenn Linken-Chef Bernd Riexinger wirklich glaubt, dass alle Fluglinien vergesellschaftet gehören, weil nur der Staat Umweltschutz garantieren könne, dann verrät er einmal mehr, wie kurz das Gedächtnis der SED-Nachfolgepartei ist. Ein Besuch im giftverseuchten ehemaligen DDR-Chemierevier Bitterfeld wäre eventuell hilfreich.

Die Wohnungsunternehmen, BMW, jetzt die Airlines: Eigentlich lohnt es kaum, sich mit immer kruderen Verstaatlichungsfantasien aufzuhalten. Doch dass der Chef einer 10-%-Partei sich traut, solch blühenden Unsinn ernsthaft wieder unter die Leute zu bringen, zeigt mehr als altlinke Unbelehrbarkeit. Der Irrflug ins sozialistische Klimawunderland offenbart die Überdrehtheit der deutschen CO2-Debatte – und ihre gefährliche Missbrauchsanfälligkeit. Nur noch wenige bestreiten heute, dass der Mensch das Seine beitragen muss, damit unser Planet lebenswert bleibt. Preissignale können Unternehmer, Tüftler und Verbraucher zu Taten anspornen, die der Umwelt helfen. Doch die Klimadebatte ist dabei zu entgleisen. Sie gleitet einerseits in eine rote Staatsgläubigkeit und Marktfeindlichkeit ab und andererseits in einen grünen Moralrigorismus, ja Totalitarismus. Eine gefährliche Mischung. Dürfen wir im Angesicht der Apokalypse noch Fleisch essen? Gar ein mit Kohle gegrilltes Steak? Muss der Staat nicht nur Benzin, sondern auch den Fleischkonsum verteuern? Den Kohlegrill verbieten? Und wie viele Auslandsflugreisen sind erlaubt, bis die Öko-Inquisition einschreitet? Schon wird im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dazu aufgefordert, uneinsichtige Nachbarn zur Rede zu stellen. Dieser Klima-Sozialismus bietet prima Anschlussverwendungen für alte Stasi-Spitzel, aber er lässt die Potenziale der Marktwirtschaft und ihren Innovationsreichtum ungenutzt. Ohne diese aber wird die Mobilitätswende nicht gelingen.

Während die deutschen Reiseweltmeister in alle Welt ausschwärmen, sind daheim die Prediger der Verzichtsgesellschaft unterwegs. Es gibt viele Riexingers in diesen heißen Tagen, doch das Weltklima werden sie nicht retten.

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