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Maximilian Haag.

Frankreich vor der Stichwahl

Kommentar vor der Stichwahl in Frankreich: Vergessenes Detail

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Emmanuel Macron gegen Marine Le Pen: Zwischen diesen beiden Politikern muss sich Frankreich entscheiden. Es gibt ein vergessenes Detail, kommentiert Merkur-Redakteur Maximilian Heim.

München - Im politischen und medialen Jubel über den knappen Wahlsieg des parteilosen Emmanuel Macron in Frankreich geht ein interessantes Detail der Wahlanalyse fast verloren. Bei den jungen Wählern (zwischen 18 und 24 Jahren) liegt Macrons Konkurrentin Marine Le Pen vom Front National überraschend vor dem jugendlichen Posterboy. Noch mehr stimmten für den – ebenfalls extremen – linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon.

Ein möglicher Erfolg von Macron in der Stichwahl wäre deshalb die wohl letzte Chance für Staat und Gesellschaft, eine europafeindliche und in Teilen rechtsextreme Präsidentin Le Pen zu verhindern. Noch mögen die Stimmen der älteren Generationen reichen. Aber mit den alten Wählern könnte in absehbarer Zeit auch der gesellschaftliche Konsens verschwinden, keine radikale Politikerin in den Élysée-Palast zu schicken. Frankreichs Jugend wählt derzeit extrem oder bleibt zu Hause.

Das Problem: Macron müsste sein Projekt (das verkrustete Land endlich wirtschaftlich zu reformieren) ohne eigenen Parteiapparat und ohne parlamentarische Mehrheit angehen. Kompromisse wären unvermeidlich. Wenn er scheitert, dürften viele perspektivlose Junge ihr Schicksal 2022 erneut in Le Pens Hände legen.

Alle Informationen rund um die Wahl in Frankreich lesen Sie in unserem News-Blog nach. So kommentiert die nationale und internationale Presse den Wahlausgang in Frankreich.

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