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Merkur-Autor Marcus Mäckler

Alte Idee von SPD und Grünen

Kommentar: Wählen ab 16? Falscher Akzent

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In Österreich hat man gute Erfahrungen mit dem Wählen ab 16 gemacht. Ist dies auch für Deutschland eine gute Option, oder setzt der Vorschlag etwa einen falschen Akzent?

München - Wahlen, heißt es, werden von den Alten entschieden. Die Zahlen sind eindeutig: An der Bundestagswahl 2013 nahmen zum Beispiel 79,8 Prozent der 60- bis 70-Jährigen teil, aber nur 64,2 Prozent der 18- bis 21-Jährigen. Auch beim Brexit stimmten viele Junge nicht ab. Sie hörten den fatalen Schuss erst, als es zu spät war.

Es ist das alte Problem und es wundert nicht, dass SPD und Grüne mit der alten Lösungs-Idee daherkommen, das Wahlalter auf 16 zu senken. Dahinter steckt Kalkül: Junge Wähler tendieren zu kleinen Parteien (was die Grünen freut) und ticken eher links. Insgesamt setzt der Vorschlag aber einen falschen Akzent. Ja, das politische Interesse junger Menschen steigt laut Studien wieder, aber viele fühlen sich von den etablierten Parteien unverstanden. Dieser Eindruck, und das ist entscheidend, reicht bis in die Gruppe der 25- bis 30-Jährigen hinein. In dieser Situation nur auf die noch Jüngeren zu schielen, ist bemerkenswert kurzsichtig.

Per se spricht nichts dagegen

Wählen ab 16 – per se spricht nichts dagegen. Österreich etwa macht damit gute Erfahrungen. Trotzdem: Die Politik täte gut daran, sich erst mal um die zu kümmern, die längst wählen dürfen, aber es nicht tun. Auch unter denen ist für SPD und Grüne jede Menge zu holen.

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